Missbrauch von Nutzerdaten

Datenschutzbeauftragte hat Zweifel an Facebooks Datenschutz-Versprechen

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat nach dem Skandal um den Missbrauch von 50 Millionen Nutzerdaten mehr Datenschutz versprochen. Die Bundesdatenschutzbeauftragte äußert Zweifel daran, da es dem Geschäftsmodell von Facebook widersprechen würde.

Facebook© bloomua / Fotolia.com

Berlin - Die Bundesdatenschutzbeauftragte Andrea Voßhoff bezweifelt die Ankündigung von mehr Datenschutz durch Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. "Das Geschäftsprinzip von Facebook ist ja gerade Daten zu generieren und sie gewinnbringend zu vermarkten. So gesehen würde ich jetzt nicht unbedingt behaupten wollen, dass ich ihm das per se glaube, aber er kann es ja auch unter Beweis stellen", sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. "Aber die Zweifel bleiben insbesondere in Anbetracht eines solchen dimensional gigantischen Vorwurfs."

Voßhoff: Nutzer sollen überlegen, welche Informationen sie preisgeben

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hatte sich im Skandal um den Missbrauch der Daten von Dutzenden Millionen Nutzern durch die Firma Cambridge Analytica entschuldigt und Änderungen beim Zugang zu den Nutzerdaten angekündigt.

Voßhoff riet von der Nutzung des sozialen Netzwerks nicht ab, empfahl aber Vorsicht. Es sei "wichtig und geboten, dass die Nutzer sich überlegen, wem geben Sie Informationen preis, wie und in welcher Weise willigen sie in was ein". Sie selbst nutze die Plattform nicht mehr, weil sich das mit ihrem Amt nicht vertrage.

Dorothee Bär: Kostenlos-Angebote werden mit persönlichen Daten bezahlt

Ähnlich sagte es die Staatsministerin für Digitalisierung im Bundeskanzleramt, Dorothee Bär (CSU), der "Passauer Neuen Presse" (Freitag): "Dazu gilt auf Facebook das Gleiche wie im Internet: Alles hat seinen Preis. Angebliche Kostenlos-Angebote bezahlen Sie mit der harten Währung Ihrer persönlichen Daten."

Jörg Schamberg / Quelle: DPA

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