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Datenschützer: Sorge über Funk-Chips in Kleidung

Der Einbau von Funk-Chips in Kleidung, wie kürzlich beim Hersteller Gerry Weber, ruft den Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar auf den Plan. Unternehmen sollten Chips nicht heimlich in ihre Produkte einbauen und den Datenschutz beachten.

22.01.2012, 11:01 Uhr (Quelle: DPA)
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Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar hat sich besorgt über den Einbau von Funk-Chips in Kleidung geäußert. "Ich kann nur den Unternehmen raten, hier den Datenschutz sehr ernst zu nehmen und für Transparenz zu sorgen und nicht heimlich die Chips in ihre Produkte einzubauen", sagte Schaar am Dienstag vor Journalisten in Berlin. Schaar kündigte an, in dieser Frage das Gespräch mit den zuständigen Landesbehörden zu suchen.

Funk-Chip als Ersatz für Pflege-Etikett?

Der Datenschutzverein FoeBuD in Bielefeld hat kürzlich vor RFID-Chips (Radio Frequency Identification) in Kleidung des Herstellers Gerry Weber gewarnt und die Informationen auf diesen Chips nach eigenen Angaben mit einem acht Meter entfernten Lesegerät ausgelesen. "Wo immer ein entsprechendes Lesegerät angebracht ist, werden - unbemerkbar - die Daten der Chips ausgelesen - und wiedererkannt", erklärt der Verein.

Das Unternehmen betont allerdings, dass diese Chips lediglich die Informationen des herkömmlichen Pflege-Etiketts enthielten und beim Kauf leicht entfernt werden könnten. "Auf dem Chip sind keine personenbezogenen Daten oder andere Merkmale gespeichert", sagte der zuständige Projektverantwortliche Christian von Grone in einem Web-Video.

(Jörg Schamberg)

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