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Datenpanne bei der Telekom: Zugriff auf Daten von 120.000 Mitarbeitern

Ein kleiner Kreis von Telekom-Mitarbeitern konnte laut "Manager-Magazin" seit 2002 auf eine interne Datenbank zugreifen, in der Namen, Adressen und Gehälter einsehbar waren. Der Telekom-Vorstand entschuldigte sich bei den Beschäftigten.

28.08.2013, 17:20 Uhr (Quelle: DPA)
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Bei der Deutschen Telekom hat es trotz verschärfter Vorgaben beim Datenschutz eine Panne mit Personaldaten in einem IT-System gegeben. Ein begrenzter Kreis von Mitarbeitern habe Zugriff auf personenbezogene Daten von Beschäftigten des Unternehmens in Deutschland gehabt, die in dem System eigentlich anonymisiert werden müssen, sagte ein Sprecher des Konzerns am Mittwoch. Er bestätigte damit einen Bericht des "Manager Magazins", in dem eine seit 2002 bestehende Zugriffsmöglichkeit auf Personaldaten fast aller rund 120.000 in Deutschland beschäftigten Telekom-Mitarbeiter geschildert wurde. Es habe nach dem bisherigen Kenntnisstand des Unternehmens aber keine missbräuchlich Nutzung der Personaldaten geben.

Vorstand entschuldigt sich bei Mitarbeitern

"Wir bedauern sehr, dass wir unseren eigenen hohen Ansprüchen beim Schutz von Mitarbeiterdaten selbst nicht gerecht geworden sind", erklärte das Unternehmen. Der Vorstand stehe im enger Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat und habe sich bei den Mitarbeitern entschuldigt. Der Schutz der Mitarbeiterdaten stehe für die Telekom an oberster Stelle, schrieb die Personalchefin der Telekom, Marion Schick, im Intranet an die Beschäftigten. "Unsere Ansprüche an den Datenschutz sind besonders hoch, deshalb dulden wir keine Verstöße", erklärte Vorstandsmitglied Thomas Kremer, der im Unternehmen unter anderem für Datenschutz und Recht zuständig ist.

Wie es überhaupt zu der Datenpanne kommen konnte, soll jetzt eine unabhängige externe Wirtschaftsprüfungsgesellschaft herausfinden. Der Betriebsrat will diese Arbeiten durch einen eigenen Anwalt begleiten lassen, hieß es in Bonn.

Peinliche Panne für die Telekom

Für die Telekom ist der Vorfall mehr als peinlich: In den vergangenen Jahren hatte Konzernchef René Obermann den Datenschutz im Unternehmen kräftig ausgeweitet und sogar ein Vorstandsressort eingerichtet. Vor drei Jahren wurde ein ehemaliger Sicherheitschef zu einer Haftstrafe verurteilt, weil er maßgeblich an der illegalen Ausspionierung von Journalisten und Arbeitnehmervertretern im Aufsichtsrat beteiligt gewesen war.

(Jörg Schamberg)

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