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Datenleck bei ARD-"Quizduell": Daten von über 50.000 Mitspielern ungeschützt im Netz

Neben technischen Problemen mit der "Quizduell"-App gab es bei der neuen ARD-Vorabendshow offenbar auch ein großes Datenleck. Die Daten registrierter Benutzer konnten ausgelesen werden.

14.05.2014, 13:26 Uhr (Quelle: DPA)
SMS© TristanBM / Fotolia.com

Die neue ARD-Vorabendshow "Das Quizduell" hat nicht nur technische Probleme, ihre Spiele-App zum Laufen zu bringen, sondern musste auch noch ein großes Datenleck stopfen. Nach einem Bericht des Branchendienstes Heise Security konnten die Daten registrierter Benutzer ausgelesen werden.

Sicherheitslücke inzwischen geschlossen

Von dem Datenleck seien über 50.000 Benutzer betroffen. Von den Quizduell-Spielern konnten Klarnamen, Wohnorte, Geburtsdaten und Mail-Adressen abgerufen werden. Außerdem war es demnach möglich, Antworten im Namen anderer Nutzer zu senden. Nach einem Hinweis von Heise an den Sender und die Produktion wurde die Sicherheitslücke inzwischen laut ARD geschlossen.

Die ARD und die Produktionsfirma ITV hatten für die Infrastruktur des Online-Spiels das Kölner Unternehmen Grandcentrix beauftragt. Grandcentrix verwendet für die Datenverarbeitung der App-Eingaben die Cloud-Dienste von Google. Die Technik mit dem Namen Mobile Mass Response Platform sei in Zusammenarbeit mit Google entstanden, teilte das Unternehmen noch im Vorfeld der TV-Premiere am 12. Mai mit. Je nach Nutzerlast wird über die Cloud-Dienste von Google dynamisch Rechenleistung bereitgestellt.

Ursache für Versagen der Technik noch unklar

Warum die Technik in den ersten zwei Sendungen versagt hatte, konnten auch am Mittwoch weder die ARD noch die Produktionsfirma sagen. Am Montag hatte Moderator Jörg Pilawa noch von Hackern gesprochen, die 15.000 Server lahmgelegt hätten, am Dienstag räumte Pilawa ein, dass auch andere Fehlerursachen möglich seien. Die Suche nach dem Übel laufe auf Hochtouren, hieß es von der ARD.

"Das Quizduell" wird wohl bis auf weiteres mit dem Studiopublikum vorlieb nehmen müssen und nicht mit den App-Usern in ganz Deutschland in Verbindung treten. "Wir stellen im Moment alle technischen Anforderungen auf den Prüfstand", sagte ein Sprecher der ARD-Programmdirektion am Mittwoch in München. "Erst wenn wir hundertprozentige Sicherheit über die Ursachen der technischen Probleme der Sendung vom Montag haben und die Funktion sicherstellen können, gehen wir mit der App wieder an den Start."

Nicht auszuschließen ist jetzt, dass die über einen Zeitraum von drei Wochen geplante Show jetzt über den gesamten Zeitraum "unplugged" weiterläuft, wenn der Fehler nicht behoben wird. Der ARD-Sprecher wollte dazu nicht Stellung nehmen. Produziert wird die Sendung von den ITV Studio Germany, die sich zur Fehlerdiagnose nicht äußern und auf die ARD verweisen.

Notlösung: Studiokandidaten gegen Saalpublikum

Die vier Studiokandidaten spielten am Dienstag wie schon am Vortag ersatzweise gegen das Saalpublikum und nicht gegen Smartphone- oder Tablet-Nutzer aus ganz Deutschland, die sich die "Quizduell"-App runtergeladen haben - so wie es die ursprüngliche Absicht von ARD und der Produktionsfirma ITV gewesen war. Pilawa sagte zum Schluss der Show: "Ich weiß nicht, was morgen hier los ist. Vielleicht sind wir dann online."

Den vier Kandidaten, Studenten aus Mainz, konnte das völlig egal sein: Sie setzten sich gegen das Studiopublikum knapp mit 15:14 durch und sahnten 30.000 Euro ab.

(Jörg Schamberg)

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