Bericht

Datenklau bei NSA: Kaspersky-Software unter Verdacht

Wie das "Wall Street Journal" berichtet, hat möglicherweise eine Software der IT-Sicherheitsfirma Kaspersky eine Rolle bei dem Diebstahl von NSA-Daten gespielt.

Technologie© Sergey Nivens / Fotolia.com

Washington - Die russische IT-Sicherheitsfirma Kaspersky gerät in den USA stärker unter Druck mit einen Medienbericht, wonach ihre Software eine Rolle beim Diebstahl von Angriffswerkzeugen des US-Geheimdienstes NSA durch mutmaßlich russische Hacker gespielt habe. Nach Erkenntnissen amerikanischer Ermittler wurden die Informationen 2015 bei einem externen Mitarbeiter des US-Abhördienstes entwendet, der sie heimlich auf seinen privaten PC übertragen hatte, schrieb das "Wall Street Journal" in der Nacht zum Freitag.

NSA benutzt Schadsoftware

Geheimdienste wie die NSA setzen zum Teil auf Schadsoftware, um in fremde Computer reinzukommen - technisch ähnlich wie auch die von Online-Kriminellen. Dem Bericht zufolge könnte die Kaspersky-Software die Viren auf dem PC des externen Mitarbeiters entdeckt haben. Nach Erkenntnissen der Ermittler griffen Hacker, die im russischen Auftrag agierten, mit diesem Wissen gezielt den Computer an und entwendeten große Mengen an Daten, schrieb die Zeitung unter Berufung auf informierte Personen.

Der Bericht ließ offen, wie die Hacker von der Existenz der NSA-Dateien auf dem Rechner erfahren haben könnten. Kaspersky war 2015 selbst von Cyber-Angreifern gehackt worden. Das Unternehmen erklärt, man bekämpfe Schadsoftware unabhängig von ihrer Herkunft und habe nie «unangemessene» Verbindungen zu irgendeiner Regierung gehabt oder ihr bei Cyberspionage-Aktivitäten geholfen. Das Unternehmen sieht sich als Opfer im geopolitischen Streit zwischen Russland und den USA. Im September wurde in Amerika bereits der Einsatz von Kaspersky-Software durch Behörden verboten.

Bereits der dritte Fall

Im Frühjahr hatte eine Hacker-Gruppe mit dem Namen "Shadow Brokers" bis dahin geheime Angriffswerkzeuge der NSA veröffentlicht. Es blieb unklar, ob das die Daten waren, um die es im Bericht des "Wall Street Journal" geht.

Es wäre der dritte bekanntgewordene Fall, in dem NSA-Geheimnisse von einem externen Mitarbeiter entwendet wurden. 2013 stahl Edward Snowden, der bei der Firma Booz Allen Hamilton für die NSA arbeitete, Massen an Dokumenten und übergab sie Journalisten. Im vergangenen Jahr wurde ein weiterer externer Mitarbeiter festgenommen, der geheime Informationen auf seinem Privatcomputer hielt.

Marcel Petritz / Quelle: DPA

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