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Datenfalle Spotify-Flatrate: Die Telekom rechnet doch Daten ab

Die Spotify-Flat der Telekom deckt nicht den gesamten Datenverkehr ab, die die Spotify-App verursacht. Aufmerksame Nutzer des Musik-Streaming-Dienstes haben zum Teil eklatante Abweichungen festgestellt. Die Differenz geht dann vom Inklusiv-Datenvolumen des Mobilfunkvertrages ab.

14.07.2014, 11:20 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Die Spotify-Flat der Telekom deckt nicht den gesamten Datenverkehr ab, die die Spotify-App verursacht. Aufmerksame Nutzer des Musik-Streaming-Dienstes haben zum Teil eklatante Abweichungen festgestellt. Die Differenz geht dann vom Inklusiv-Datenvolumen des Mobilfunkvertrages ab.

Bilder werden extra berechnet

Unter den Betroffenen befindet sich auch Pascal W., Leser unseres Partner-Blogs Basic Thinking. "Die Cover, die Spotify bei jedem Songtitel lädt sowie bei der Ansicht der eigenen Playlist erscheinen, [werden] auf das eigene Datenvolumen angerechnet. Da die Spotify-App in letzter Zeit sehr bilderlastig geworden ist, nimmt das Datenvolumen hier exponentiell zu."

Im Forum Telekom hilft wird schon seit Monaten über dieses Thema diskutiert. Einzelne Nutzer geben an, dass sie 10 MB pro 30 Minuten Spotify verbrauchen. In einigen Fällen kann das tatsächlich daran liegen, dass der Spotify-Account nicht korrekt mit dem Telekom-Konto verknüpft wurde. Und dennoch bestätigt ein Telekom-Mitarbeiter Ende Juni im Forum den Verdacht:

Kunden sind gezwungen, SpeedOn-Tickets zu buchen

"Ich bin mir gerade nicht 100%ig sicher, ob es schon immer so war, aber unsere Beschreibung bezüglich des Traffics bei Spotify ist ja die folgende: 'Musik streamen und Playlists offline synchronisieren ohne Belastung des Datenvolumens' Der Traffic, der durch das Surfen mit der App oder Zusatzfunktionen der App anfällt, wird somit also berechnet."

Dies ist eine Auslegung des Begriffs "Flatrate", an den die wenigsten Kunden bei Vertragsabschluss gedacht haben dürften. Es geht hier allerdings nicht um Wortklauberei. Wenn das Highspeed-Datenvolumen des Mobilfunktarifs erschöpft ist, wird sich mancher Kunde genötigt sehen, ein SpeedOn-Ticket zu buchen. Daran verdient die Telekom dann bares Geld.

Absicherung im Kleingedruckten

Auf der Spotify-Webseite der Telekom heißt es an prominenter Stelle: "Mit Zugriff auf 20 Mio. Songs zum überall Streamen – ohne Belastung des Datenvolumens!" Erst weiter unten findet sich mittlerweile die entscheidende Einschränkung: "angerechnet wird z.B. Laden von Covern, Sharen von Inhalten, Spotify Features 'Entdecken'".

Nachdem die Beschwerden der Nutzer mehr geworden sind und die Stellungnahmen der Telekom-Mitarbeiter weniger, gab es jetzt doch zumindest ein Versprechen: "Der gesamte Vorgang ist aktuell in Klärung und Überprüfung! Es wird jetzt einfach genau geschaut, warum es zu den Veränderungen gekommen ist."

Und schließlich: "Bis es dazu spruchreife Informationen gibt, muss ich euch aber noch um etwas Geduld bitten. Ich verspreche aber auch, dass genau hier an dieser Stelle informiert wird, sobald es etwas Handfestes gibt." Und so lange läuft der Gebührenzähler weiter.

(Peter Giesecke)

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