Security

Datendiebstahl und mobile Schädlinge im Trend

Die Sicherheitsexperten von F-Secure weisen auf einen deutlichen Rückgang sichtbarer Angriffe hin. Gleichzeitig verbreiten sich aber zielgerichtete Angriffe immer weiter.

12.12.2006, 15:10 Uhr
Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com

Die F-Secure Corporation zieht aktuell Bilanz in Sachen Malware-Entwicklung. In diesem Jahr konnten die Sicherheitsexperten zwar einen deutlichen Rückgang sichtbarer Angriffe von Würmern, Viren und anderen Schädlingen verzeichnen, gleichzeitig aber verbreiteten sich zielgerichtete Angriffe mit gut getarnten Backdoors und Tootkits weiter. Auch die Zahl von Spam-Mails erreichte in diesem Jahr ein neues Rekordhoch, heißt es in dem Bericht fürs zweite Halbjahr 2006.
Datendiebstahl im Trend
Zielgerichtete Angriffe, die sich auf den Diebstahl wertvoller Informationen richten, um sie meistbietend zu verkaufen, scheinen ein lukratives Geschäft zu sein. Ebenso wie Phishing: Besonders beliebt seien hier Websites, die im Durchschnitt nur für eine Stunde im Netz bleiben, um Surfer anzulocken und anschließend wieder spurlos zu verschwinden. Hauptziele von Phishing-Angriffen sind PayPal und eBay, einige deutsche Banken holen jedoch stark auf.
Bei den Schädlingen hat es laut F-Secure besonders der E-Mail-Wurm "Warezov" in der zweiten Jahreshälfte zu trauriger Berühmtheit gebracht. Er startete seine Angriffe im August und versandte sich und seine zahlreichen Varianten selbst als E-Mail-Anhang an Adressen, die auf infizierten Computern zu finden waren. Zudem sorgte der Wurm für die Spam-reichste Attacke dieses Jahres. Infizierte Rechner luden den Sicherheitsexperten zufolge zusätzliche Komponenten herunter, um nach einer variierenden Wartezeit mit dem Versand von Werbung für Kopien von Viagra und anderen Medikamenten zu beginnen.
Freundesliste eines Wurms
Ein neuer Trend in Sachen Malware sollen Web Application-Würmer sein, die Cross Site Scripting (XSS)-Sicherheitslücken von Websites ausnutzen. Besonders gern zielt diese neue Malware-Kategorie auf Social Networking-Websites, die immens beliebt sind und eine große Nutzergemeinde haben. So wurde MySpace bereits zwei Mal von solchen Würmern heimgesucht: "Samy" fügte massenhaft Teilnehmer zu seiner Freundesliste hinzu, "Flash hingegen nutzte die Schwäche von Macromedia Flash aus, die die Weiterleitung von MySpace-Nutzern auf ungewünschte Websites zulässt.
Auch die Mobiltelefone sind laut F-Secure nicht mehr vor Malware sicher. Bis zum vergangenen Juli stieg die Schädlingszahl hier auf über 300 und der Anstieg setze sich fort. Insbesondere Symbian sei die Plattform der Wahl für die Mehrheit der Entwickler mobiler Malware, was die Vorherrschaft dieser Plattform auf dem Smartphone-Markt belege. Den ausführlichen Bericht hat F-Secure online verfügbar gemacht.

(Aleksandra Leon)

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