News

Das war wohl nix: Kein Triple-X für Porno-Websites

Anbieter pornographischer Internet-Seiten müssen auch künftig auf eine spezielle Endung für ihre Internet-Adresse verzichten.

30.03.2007, 16:56 Uhr
Internet© Gina Sanders / Fotolia.com

Es ist ein einziges Hin und Her. Erst wurde beschlossen, dann wieder auf die lange Bank geschoben, abgelehnt, von der EU-Kommission wieder hervor geholt, vor Gericht gezerrt und nun wieder abgeschmettert. Anbieter pornographischer Internet-Seiten müssen auch künftig auf eine spezielle Endung für ihre Internet-Adresse verzichten. Die für die Vergabe von Namen und Adressen im Internet zuständige Organisation ICANN lehnte am Freitag einen Antrag auf Einrichtung der Adress-Endung .xxx für Porno-Websites ab.
Kein Problemlöser
Seit 2001 dauert das Gerangel um die Triple-X-Domain bereits an. Das Hauptargument der Befürworter: Ein abgegrenzter Internet-Rotlichtbezirk im Netz erleichtere die Kontrolle und einen effektiven Jugendschutz. Zudem sollte die einheitliche Top-Level-Domain (TLD) für bestimmte Qualitätsmerkmale stehen und das Image der Anbieter aufpolieren.
ICANN will keine Inhalte prüfen
Die Einrichtung solcher Domains löse nicht das Problem des Schutzes "gefährdeter Mitglieder" der Internet-Gemeinde, teilte der Verwaltungsrat der gemeinnützigen Organisation in einer in Lissabon veröffentlichten Erklärung heute mit. Die Einrichtung von .xxx-Domains könne die ICANN zwingen, den Inhalt von Websites auf Übereinstimmung mit ihrer Adress-Endung zu prüfen, hieß es weiter. Dies widerspreche dem Auftrag der Organisation, der rein "technischer Natur" sei.
Die manchmal auch als Weltregierung des Internets bezeichnete ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) entstand 1998 aus einem Zusammenschluss verschiedener Interessenverbände. Die Organisation koordiniert technische Aspekte des Netzes.

(Denise Bergfeld)

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang