Digitalisierung

Das sind Deutschlands smarteste Städte

Wie weit ist die Digitalisierung in den 81 deutschen Großstädten mit mehr als 100.000 Einwohnern bereits vorangetrieben worden? Der Digitalverband Bitkom hat dazu jetzt den aktuellen "Smart City Index 2020" veröffentlicht.

Jörg Schamberg, 08.10.2020, 14:51 Uhr
Analog-Digital© i12 GmbH

Wie digital sind die deutschen Großstädte bereits? Das zeigt der von dem Digitalverband Bitkom jährlich erstellte "Smart City Index". Dieser nimmt 81 deutsche Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern unter die Lupe. Bewertet wurden die fünf Themenbereiche Verwaltung, IT- und Telekommunikations-Infrastruktur, Energie und Umwelt, Mobilität sowie Gesellschaft. Als smarteste Stadt konnte der Vorjahressieger Hamburg den Titel aus dem Vorjahr verteidigen.

Die Top 10 der smartesten Großstädte Deutschlands im Jahr 2020

Um mehrere Plätze verbessern konnten sich München, Köln und Darmstadt, die auch im vergangenen Jahr bereits in der Top 10 zu finden waren. München kletterte auf Rang 2, Köln auf Platz 3. Vom elften auf den neunten Platz ging es für Aachen, die Hochschulstadt ist damit nun in der Top 10 vertreten. Dort findet sich jetzt auch Osnabrück mit einem Sprung um 23 Plätze auf Rang 8. Um jeweils drei Plätze verschlechterten sich dagegen Karlsruhe, Stuttgart und Berlin, Heidelberg rutschte um vier Plätze ans Ende der Top 10.

  • Hamburg: 79,2 (von 100 Punkten)
  • München: 74,4
  • Köln: 73,0
  • Darmstadt: 71,7
  • Karlsruhe: 70,0
  • Stuttgart: 69,1
  • Berlin: 68,8
  • Osnabrück: 66,0
  • Aachen: 65,9
  • Heidelberg: 65,7

Am Ende in der Gesamtwertung der 81 Städte liegen Siegen (28,3 Punkte), Bergisch Gladbach (23,5) und Salzgitter (17,7).

Beim Blick auf die einzelnen Kategorien belegen unterschiedliche Städte die ersten drei Plätze.

Verwaltung

  • Karlsruhe
  • Osnabrück
  • Ingolstadt

Energie und Umwelt

  • Heidelberg
  • München
  • Stuttgart

IT und Kommunikation

  • Köln
  • München
  • Hamburg

Mobilität

  • Hamburg
  • München
  • Aachen

Gesellschaft

  • Hamburg
  • Leipzig
  • Köln

Keine Unterschiede zwischen Städten in West- und Ostdeutschland

Städte in Baden-Württemberg hätten im Mittel besser als der Durchschnitt abgeschlossen, in Nordrhein-Westfalen seien die Ergebnisse des Smart City Index dagegen schlechter. Zwischen den Städten in Ost- und Westdeutschland gebe es jedoch keine Unterschiede. Im Durchschnitt würden ostdeutsche Städte zwar über eine schwächere digitale Infrastruktur verfügen, dies werde aber in der Gesamtwertung durch bessere Ergebnisse in gesellschaftlichen Aktivitäten ausgeglichen. Leipzig findet sich als beste Stadt in Ostdeutschland auf dem 12. Rang in der Gesamtwertung, gefolgt von Potsdam auf Platz 20 sowie Dresden auf Rang 24.

Als Beispiele für innovative Smart-City-Lösungen verweist der Bitkom etwa in Hamburg auf die Tiefenvermessung von Hafenbecken und Elbe mit autonom fahrenden Fahrzeugen, auf die zentrale urbane Datenplattform in Darmstadt, auf die zahlreiche öffentliche Projekte – von der digitalen Messung der Luftqualität und Badewassergüte bis hin zur Gebäudenavigation im öffentlichen Krankenhaus – zurückgreifen können, oder das Leipziger Projekt "Hardware for Future", über das ausrangierte IT an Bedürftige gespendet werden kann.

Bitkom: Enorme Dynamik in der Smart-City-Landschaft

"Der Smart City Index zeigt, wie digital die deutschen Großstädte sind. Die vielen Positionswechsel im Vergleich zum Vorjahr verdeutlichen die enorme Dynamik in der Smart-City-Landschaft", sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. "Hamburg hat den Titel mit Spitzenwerten in allen fünf Themenbereichen souverän verteidigt. Doch obwohl sich der Gesamtsieger insgesamt weiter gesteigert hat, ist der Vorsprung geringer geworden, und das wird allen Verfolgern ein Ansporn sein, ihre Digitalaktivitäten noch intensiver voranzutreiben." Rohleder betont: "Erfolgsfaktoren für eine Smart City sind nicht nur eine gute Finanzkraft, sondern allen voran eine umfassende und in die Stadtentwicklung integrierte Digitalstrategie. So können es auch Städte in strukturschwachen Regionen und mit höherer Pro-Kopf-Verschuldung in einzelnen Bereichen ganz nach vorn schaffen."

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