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Das neue KazaA: Die Dialer-Parasiten kommen (Update)

Internet© Daniel Fleck / Fotolia.com
Wie skrupellose Webmaster mit der Angst der User Kasse machen. Das neue KazaA 2.4.0 - jeder will es. Abhörsicher soll es sein und den Schnüffeleien der RIAA endlich einen Riegel vorschieben. Klingt nach "safer surf". Doch Vorsicht: Das neue Sicherheitsbedürfnis der User hat ganz andere Piraten angelockt. Ihr Ziel: Nicht der kostenfreie Download von Musik oder Filmen, sondern die Geldbeutel der ahnungslosen User...

Mit Hilfe eines Informanten hat onlinekosten.de eine Seite aufgetan, auf der gar Wunderliches versprochen wird: Versionen des begehrten FileSharers, die es offiziell noch gar nicht gibt. Auf www.1md.de preist Mario D. aus München KazaA Lite in der Version 2.5 an. Die offizielle Lite-Version steht im Moment noch bei 2.4.1. "Vorab-Version? - Tolle Sache", wird so mancher unbedarfte User denken. Und nichtsahnend in die Dialer-Falle stolpern.

Die begehrte Vorab-Version: ein hundsordinärer Stardialer
Denn was als Kazaa Lite 2.5 daherkommt, entpuppt sich beim Download-Klick als hundsordinärer Stardialer. Der zwar mit "KazaA - Download kostenlos" wirbt, doch mit durchaus happigen Einwahlkosten aufwartet: 29,95 Euro/Anruf kostet der Spaß, jede weitere Minute 2,99 Euro.

Doch für das viele Geld gibt's nicht etwa wie angepriesen jene begehrten Vorabversionen. Nicht einmal das normale KazaA ist enthalten. Nein: Lediglich eine "ausführliche Hilfeseite" zu KazaA selbst will man - wie mehr als kleingedruckt beschrieben - als Gegenleistung bieten. Hilfe, die für so viel Geld niemand braucht - wie wir meinen...


Das Update finden Sie auf Seite 3
Hergestellt hat den Dialer die Mainpean GmbH in Berlin. Die teure 0190er-Nummer - sie führt zu alten Bekannten: dem 0190er-Carrier IN-telegence aus Köln. Betreiber des wohl kaum strafbaren, dafür aber mehr als unseriösen Angebotes ist Website-Inhaber Mario D. aus München. Der Mann scheint sich auf Dialer-Abzocke im Filesharing-Bereich spezialisiert zu haben: Auch auf seiner Seite www.kazaa-lite.info findet der User statt des versprochenen FileSharers lediglich versteckte Dialer im Angebot.

Auf einer anderen Website hat der liebe Mario eine komplette Filesharing-Info-Plattform eingerichtet. Leider zumeist ohne Inhalte: Bereiche wie "Filesharing-News" oder "Filesharing-Recht" führen per Mausklick direkt ins virtuelle Niemandsland. Zumindest der Klick auf www.1md.de ist aktiviert. Und der führt Mario D. direkt ins Portemonnaie des Users.

Mario D.: "Kein Anschluss unter dieser Nummer
Wir wollten mit Mario D. über seine Kazaa-Seiten sprechen. Doch wie so oft: Bei der Denic hatte er wohl vergessen, seine Telefonnummer zu hinterlegen. Und beim info-Domain-Registrant afilias.info muss er sich vertippt haben. Die angegebene Kontaktnummer funktioniert nicht.

Wir können jedem User nur nahelegen, für den Sicherheit bringenen Download des neuen KazaA auf offizielle und vertrauenswürdige Seiten zurückzugreifen. Da führt der Weg direkt zur Wunsch-Mp3 - und nicht über Stolperfallen zum potentiellen Dialer-Opfer.

Weitere KazaA-Dialer-Fallen entdeckt? Informieren Sie andere in unserem Forum! Update: "Die wahren KazaA-Piraten" - ein Fall für den NetSheriff
Es scheint fast, als hätten wir mal wieder ein Fass aufgemacht! Der Name Mario D. ist laut Insider-Angaben in der Szene gewiss kein unbekannter. Bei näherem Hinschauen entdeckt man: Er besitzt Dutzende fragwürdiger Filesharing-Hilfe-Seiten, auf denen fast allesamt Dialer lauern. Kein Wunder, dass in mehreren Internet-Foren die User Mario D. inzwischen als "Dialer-Abzocker" brandmarken.

Schwere Vorwürfe werden von Informanten gegen Mario D. auch in anderer Hinsicht erhoben: Da ist von Content-Klau für seine Hilfe-Seiten und von "Google-Faking" die Rede - der gezielten Verlinkung dutzender verschiedener Sites untereinander sowie der für den User sinnlosen Verwendung oft geklickter Keywords im Seiteninhalt. Einziges Ziel: Den Google-Eintrag der eigenen Seiten so weit nach oben wie möglich zu pushen.

onlinekosten.de wird diese Informationen zur Prüfung dem NetSheriff vorlegen. Also Stiefel vom Schreibtisch und die Knarre umgeschnallt - der Fall ist eröffnet.

Sachdienliche Hinweise im Fall "Die wahren KazaA-Piraten" bitte an:

netsheriff@onlinekosten.de

(Alex Leinhos)

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