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Das JooJoo kommt: Noch eine iPad-Alternative?

Das JooJoo des kleinen Unternehmens Fusion Garage will gar kein iPad-Killer sein, mit seinem 12,1-Zoll-Touchscreen wünscht sich das Tablet aber trotzdem auf die Couch der Anwender.

04.05.2010, 13:16 Uhr
Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com

Das iPad von Apple hat zwar schon jetzt Konkurrenz in Form von Media-Tablets von Anbietern wie Archos oder Convertible-Netbooks von Asus, viele der versprochenen Tablet-Neuheiten sind aber noch auf dem Weg und werden die Hände der Kunden erst in Wochen oder Monaten erreichen. Viel Beachtung erhielt zum Beispiel das WePad, das seit rund einer Woche bei Amazon vorbestellt werden kann. Warum ist das WePad so interessant? Es ist günstiger als das iPad, spielt Flash-Videos ab, hat einen HDMI-Port und setzt auf offene Standards. Mit dem JooJoo drängt nun ein weiteres Gerät auf den deutschen Markt.

12-Zoll-Linux-Tablet

Das JooJoo konzentriert sich ebenfalls auf Offenheit und nutzt ein Browser-basiertes Linux-Betriebssystem, das den Nutzer innerhalb von 9 Sekunden ins Internet und ins soziale Netzwerk bringen will. Dies erinnert an Splashtop, die von DeviceVM entwickelte Distribution, die sich durch einen Schnellzugriff auf Browser, Messenger und weitere Dienste auszeichnet. Im direkten Vergleich mit dem iPad von Apple zeigt sich das JooJoo größer, mit 1,1 Kilogramm gegenüber 680 bis 730 Gramm aber auch schwerer. Dafür fällt das Display größer aus: Auf 12,1 Zoll versammelt der Hersteller 1.366x768 für die High Definition-Wiedergabe, anstelle einer schwachen Onboardgrafik stützt sich die Leistung daher auf Nvidia Ion.

Als Prozessor dient ein Intel Atom mit 1,6 Gigahertz. Neben 1 Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher sind außerdem 4 GB Speicherplatz in Form einer SSD eingebaut. Zur Kommunikation bringt das JooJoo Bluetooth und WLAN 802.11 b/g mit, wie beim iPad sind außerdem ein Bewegungs- und ein Lichtsensor enthalten. Dazu gibt es eine 1,3-Megapixel-Webcam, Lautsprecher, ein Mikrofon sowie einen USB-Port und einen Kopfhöreranschluss. Die Akkulaufzeit soll bei bis zu 5 Stunden im Surf-Betrieb liegen, wer Videos anschaut, muss dementsprechend mit einer kürzeren Leistung rechnen.

Zunächst keine UMTS-Version

Einen ausklappbaren Ständer hat das JooJoo genauso wenig wie iPad und WePad, er ist als Zubehörteil für 23 Euro erhältlich. Das Tablet selbst kostet 359 Euro und kann direkt über die Hersteller-Website bestellt werden, hinzu kommen aber noch die Umsatzsteuer und 15 Euro Versandkosten. Im weiteren Verlauf des Jahres soll auch eine 3G-Version für den mobilen Internetzugriff per UMTS folgen. Der Ausdruck "JooJoo" kommt Fusion Garage, dem Unternehmen hinter dem Tablet-PC, zufolge aus dem Französisch-Afrikanischen und bedeutet "magisches Objekt". In ersten Tests des US-Tech-Blogs Engadget schnitt das JooJoo allerdings weniger magisch ab. Was Apple mit seiner iPhone-Erfahrung gut umgesetzt hat, gab den Testern Anlass zur Kritik: die Benutzeroberfläche.

Einem Blog-Eintrag des Gründers und Geschäftsführers Chandrasekar Rathakrishnan zufolge hat Fusion Garage aber genau dort nachgebessert und will ein Software-Update bereitstellen. Das Unternehmen räumt auch gleich mit zu hohen Erwartungen auf. "Als 14-Mann-Unternehmen haben wir keine Absichten, ein iPad 'killer' zu sein, so wie es einige Blogger angeben. Wir mögen ambitioniert sein, aber nicht wahnhaft", heißt es im Firmen-Weblog. Zum laufenden Rechtsstreit mit "TechCrunch", die das JooJoo zuerst als "Crunchpad" entwickelt haben wollen, schreibt Fusion Garage: "Wir machen positive Fortschritte und bleiben so zuversichtlich wie wir die ganze Zeit über waren".

(Saskia Brintrup)

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