News

Das iPhone vernichtet BlackBerry-Jobs

Nach einer Gewinnwarnung sackte die RIM-Aktie um mehr als 15 Prozent ab. Jetzt soll eine noch nicht näher genannte Anzahl an Mitarbeitern gehen.

17.06.2011, 08:46 Uhr (Quelle: DPA)
Smartphone© goodluz / Fotolia.com

Die starke Konkurrenz von Apples iPhone und den Android-Smartphones zwingt den Blackberry-Hersteller RIM zu Stellenstreichungen. Das Unternehmen werde "seinen Geschäftsbetrieb straffen, dazu gehört auch eine Verringerung der Mitarbeiterzahl", kündigte RIM am späten Donnerstag (Ortszeit) im kanadischen Waterloo an. Wie viele Leute gehen müssen, blieb zunächst offen.

Weniger Smartphones verkauft als erwartet

RIM habe ein schwieriges erstes Geschäftsquartal hinter sich, räumte Co-Chef Jim Balsillie ein. Von April bis Mai verkaufte das Unternehmen 13,2 Millionen Blackberry-Handys und damit weniger als erwartet. Von seinem neuen Tablet PC Playbook wurde RIM 500.000 Stück los. Zum Vergleich: Apple setzte binnen drei Monaten zuletzt 18,7 Millionen iPhones und 4,7 Millionen iPads ab. "Bis dahin ist es für RIM ein weiter Weg", kommentierte ein Analyst.

RIM konnte zwar mehr Geschäft machen als im Vorjahreszeitraum, als der gesamte Smartphone-Markt noch kleiner war. Gegenüber dem Vorquartal ging der Umsatz aber um 12 Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar zurück - das ist ungewöhnlich in der boomenden Smartphone-Branche. Der Gewinn fiel sogar um 26 Prozent auf unterm Strich 695 Millionen Dollar.

Sinkflug geht weiter

"Die Abschwächung, die wir im ersten Quartal gesehen haben, setzt sich im zweiten Quartal fort", sagte Balsillie und senkte daraufhin die Gewinnprognose für das Gesamtjahr. Die Investoren waren geschockt: Nachbörslich fiel die Aktie um mehr als 15 Prozent und setzte damit ihren Abwärtstrend der vergangenen Monaten fort. Nicht einmal ein parallel angekündigter Aktienrückkauf, der eigentlich den Kurs treibt, konnte den Verfall stoppen.

Zusätzliche Sorgen bereitet RIM, dass viele Kunden lieber zu günstigen Modellen greifen, an denen der Hersteller weniger verdient als an den Spitzenmodellen. Während Blackberrys früher ein Statussymbol der Manager waren, sind sie heute häufig ein Einstiegsmodell.

RIM gehört zu den Pionieren in der Smartphones-Welt. Das Unternehmen setzte aber zu lange auf eine platzraubende Tastatur, während Apple mit seinem iPhone den großen, berührungsempfindlichen Bildschirmen den Weg ebnete. Stärkste Macht im Smartphone-Markt ist nach den Daten des Marktforschers mittlerweile allerdings Google mit seinem Android-Betriebssystem, das in einer Vielzahl von Modellen unterschiedlicher Hersteller steckt.

(Hayo Lücke)

Kommentieren Forum
Zum Seitenanfang