News

Das fängt ja gut an: Highspeed im Januar

Was bringt der Jahresbeginn auf dem Breitband-Markt? Auf jeden Fall mehr Geschwindigkeit: ADSL2(+) ist das Stichwort, und auch im Kabel tut sich was.

13.01.2006, 16:46 Uhr
DSL-Anschluss© IKO / Fotolia.com

Die DSL-Tarifrevolution ist vollzogen, die untere Preisgrenze bei vielen DSL-Providern erreicht. Während der Dezember noch ganz im Zeichen der unter fünf Euro sinkenden Flatrate-Preise stand, eröffnen einige Provider im Januar nun ein neues Breitband-Feuerwerk: Höhere Bandbreiten und neue Services stehen nun im Mittelpunkt der Angebote.
ADSL2(+) kommt
ADSL2(+) lautet das Stichwort, das nicht erst seit dem Einstieg von 1&1 im Januar in aller Munde ist. Aber auch eine andere Entwicklung zeichnet sich ab: Die Kabelnetzbetreiber scheinen langsam aus ihrem Dornröschenschlaf zu erwachen und schnüren Breitband-Pakete, die sich im Vergleich mit anderen Anbietern sehen lassen können.
In die Vollen gehen Arcor und 1&1. Beide Konkurrenten bauen zurzeit ihre Netze aus und planen ADSL2(+) flächendeckend anzubieten. Bis Februar 2006 möchte Arcor alle seine Kunden am eigenen Netz mit Bandbreiten bis zu 16 Megabit pro Sekunde im Downstream und 800 Kilobits pro Sekunde im Upstream versorgen können.
Mehr Speed für alle
Das neue Highspeed-Internet ist bei Arcor und 1&1 bereits buchbar, die Bereitstellung wird bei Arcor nach Unternehmensangaben aber frühestens Mitte Januar erfolgen. Das Netz des Providers 1&1 wurde in den ersten Städten bereits umgerüstet. Genauere Auskünfte über die einzelnen Orte gab die Pressestelle von 1&1 noch nicht. Die monatlichen Kosten für den ADSL2(+)-Anschluss belaufen sich bei 1&1 auf 29,99 Euro, die Mindestvertragslaufzeit liegt bei einem Jahr. Eine Einrichtungsgebühr fällt nicht an. Die City-Flat schlägt mit 4,99 Euro zu Buche, die Deutschland-Flat kostet 9,99 Euro. Bei Arcor beläuft sich der Monatspreis für die zweite ADSL-Generation auf 35 Euro. Dafür ist die Flatrate durchweg für 4,95 zu haben.
AOL, Hansenet (Alice), Versatel und M"net haben auch ADSL2(+)-Anschlüsse im Angebot, allerdings mit regionalen Einschränkungen. AOL bietet den Anschluss mittlerweile in insgesamt 22 Städten zum Preis von monatlich 29,99 Euro. Die Flatrate kostet zusätzlich 9,99 Euro. Der Münchener Provider M"net bietet eine 16 Megabit/s schnelle Datenleitung für 19,95 Euro im Monat an - allerdings nur in Städten und Gemeinden in Oberbayern, Franken und der Oberpfalz. Die DSL-Flatrate gibt es für diese Regionen noch bis Ende Januar zwei Monate umsonst bei einer Mindestvertragslaufzeit von zwei Jahren. Danach kostet die Flat monatlich 20,90 Euro.
Hansenet (Alice) und Versatel komplettieren die aktuelle Liste der ADSL2(+)-Anbieter. Das ADSL2(+)-Produkt von Hansenet kostet bei Beantragung bis zum 31. März insgesamt 49,90 Euro monatliche Grundgebühr. Wird die Aktion nicht verlängert, zahlt der Nutzer für die im Aktionspreis enthaltene ADSL2(+)-Option "Deluxe" ab April monatlich weitere 9,90 Euro. Insgesamt 16 ausgebaute Städte kann Provider Hansenet mittlerweile vorweisen.
Schneller = Besser?
Fast schon ein alter Hase im ADSL2(+)-Geschäft ist Versatel. Bereits im Mai vergangenen Jahres startete Versatel das erste ADSL2(+)-Angebot in Berlin, Teile von NRW folgten im Oktober. Im Angebot hat Versatel zwei Highspeed-Tarife, den "flatrater 16000" für monatliche 59,98 Euro und die "flatrater 20000" für 69,98 Euro im Monat.
Doch wie schnell muss ein DSL-Anschluss heute eigentlich sein? Otto-Normalverbraucher können die 16 MBit/s Downstream im Regelfall mit "ein bisschen E-Mails-Schreiben hier" und "ein wenig Surfen dort" gar nicht ausnutzen. Eine Ausnahme bilden zum Beispiel die Nutzer von nicht immer ganz legalen Internet-Tauschbörsen. Für die meisten ist ADSL2(+) aber erst dann lohnenswert, wenn auch neue Services angeboten werden, die mehr Bandbreite erfordern - wie zum Beispiel der "Videoverleih über das Internet": Video on Demand.
Kommt auch das Kabel?
Spielte das Fernsehkabel in Deutschland als Breitbandmedium bislang nur eine untergeordnete Rolle, so scheinen die Kabelnetzbetreiber langsam aber sicher aus ihrem komatösen Tiefschlaf zu erwachen. "Triple Play" soll dem Internet per Kabel nun zum Durchbruch verhelfen: Internet, Telefon und Fernsehen aus einer Hand. Vorraussetzung ist ein rückkanalfähiger Anschluss des jeweiligen Betreibers. Und diese warten langsam aber sicher nun mit Preisen auf, die sich sehen lassen können.
Die zur Unity Media gehörenden Kabelnetzbetreiber ish (Nordrhein-Westfalen) und iesy (Hessen) bieten zurzeit die günstigsten Breitband-Preise in der Riege der großen Kabel-Player: DSL-Anschluss und die Flatrate mit einer Performance von zwei Megabit pro Sekunde für 19,99 Euro im Monat, eine DSL- plus Telefon-Flatrate für monatliche 39,85 Euro und ein Paket aus Telefon- und Internet-Flatrate sowie dem digitalen TV-Angebot des Kabelanbieters für 47,75 Euro im Monat. Bei Anmeldung bis zum 31. Januar übernehmen ish und iesy auch die einmalige Bereitstellungsgebühr von 99,95 Euro. Die Produkte sind nur bei vorhandenem TV-Anschluss buchbar, der mit 14,50 Euro pro Monat bei einer einzelnen Wohneinheit berechnet wird. Bei mehreren Wohneinheiten sinkt auch der Preis für den TV-Anschluss.
Auch der baden-württembergische Kabelnetzbetreiber Kabel-BW offeriert seinen Kunden vollwertiges Triple-Play über die rückkanalfähige Fernsehleitung. Internet-Flatrates bietet Kabel-BW in den unterschiedlichsten Bandbreiten an: von 64 Kbit/s bis zu 20 Mbit/s im Downstream. Ab einer Bandbreite von zwei Mbit/s und bei einer gleichzeitigen Vertragslaufzeit von zwei Jahren packt Kabel-BW noch einen MP3-Player und drei Monate Music-Flatrate "Napster TO GO" dazu. Der Kabel-Internet-2000-Tarif kostet 29,90 Euro im Monat, die Tarife 4000 und 6000 kommen auf jeweils zehn Euro mehr. Die Telefon-Flatrate bietet Kabel-BW zusätzlich zum Internet-Tarif für monatliche 14,90 Euro. an. Das digitale TV-Angebot kostet neun Euro im Monat ohne und elf Euro mit Kabel-Box.
Highspeed und TV
Der letzte und größe Player in der Riege der Kabenetzbetreiber darf natürlich auch nicht fehlen: Kabel Deutschland. Auch dieser Kabelnetzbetreiber bietet Internet-Flatrates in verschiedenen Bandbreiten an. Die "Flat Comfort" mit Download-Geschwindigkeiten bis zu zwei Mbit/s kostet dabei 19,98 Euro im Monat, die "Flat Professional" mit sechs Mbit/s schlägt monatlich mit 29,98 Euro zu Buche.
Der Telefon-Anschluss kostet bei Kabel Deutschland monatliche 15,90 Euro, für die Telefon-Flatrate werden zusätzlich 19,90 Euro fällig. Die Telefon-Flat gibt es bei Kabel-Deutschland auch im Paket mit der Flat Professional mit sechs Mbit/s für 49,90 Euro im Monat. Das digitale TV-Angebot kostet wie bei Kabel-BW neun Euro ohne und elf Euro mit Kabel-Box.
Die üblichen Verdächtigen
Bleiben noch die üblichen Verdächtigen, die im Januar noch nicht alle die Waffen strecken. Die meisten alternativen Provider sind aber ihren Tarifen treu geblieben und haben ihre Weihnachtsaktionen verlängert. Neue Preissenkungen gibt es kaum -- und das ist nicht weiter verwunderlich, haben doch viele der alternativen Provider die unterste Preisgrenze längst erreicht.
Die Berliner Strato AG lässt es sich aber nicht nehmen und möchte im Januar mit einem Preis-Kracher für Furore sorgen. 2,90 Euro kostet die DSL-Flat für ein Jahr bei einer Vertragslaufzeit von zwei Jahren in ganz Deutschland, T-DSL-Verfügbarkeit vorausgesetzt. Ab dem 13. Vertragsmonat gilt der für den Wohnort des Kunden gültige Flatrate-Preis, entweder 4,90 Euro für die MegaFlat, 6,90 Euro für die CityFlat oder 8,90 Euro für die Strato-Flat.
Nachgerechnet
Wir haben kurz nachgerechnet: Kunden, die im zweiten Jahr auf die günstigste MegaFlat umsteigen können, bezahlen auf zwei Jahre gerechnet also 3,90 Euro im Monat, bei der CityFlat sind es umgerechnet 4,90 Euro und bei Kunden, die ab dem 13. Monat den Tarif für die Strato Flat bezahlen müssen sind es umgerechnet 5,90 Euro pro Monat. Ganz neu bei Strato: Wer gleich ein ganzes Paket nimmt, erhält bundesweit den günstigen MegaFlat-Tarif.
Auch GMX geht im neuen Jahr mit seinem Weihnachtsangebot in die Verlängerung. Bis Ende Februar noch gibt es bei Abschluss einer GMX-DSL-Flatrate mit einer Mindestvertragslaufzeit von zwei Jahren eine Grundgebührbefreiung für das komplette erste Jahr - egal für welche Anschlussgeschwindigkeit sich der Kunde entscheidet. Wechslern erlässt Lycos für drei Monate die Grundgbühr, wenn sie einen Vertrag über ein Jahr abschließen. Die City-Flat kostet für Wechsler 6,95 Euro, für die normale Flatrate verlangt Lycos 9,95 Euro im Monat.
Immer noch Weihnachten
Ebenso schwört Tele2 auf die Fortsetzung seiner Winteraktion. Noch bis Ende Januar gibt es bei Beauftragung eines DSL-6000-Anschlusses für 24,99 Euro im Monat die City-Flatrate ein Jahr für lau. Die normale Deutschland-Flatrate ist im ersten Jahr mit montalichen 3,95 Euro günstiger. Das Ganze gilt nur bei einer Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten.

(Denise Bergfeld)

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang