Verivox-Umfrage

Darum nutzen auch jüngere Deutsche weiter das Festnetz

Ein Smartphone besitzt nahezu jeder Bundesbürger, doch auf das Festnetz können auch jüngere Menschen in Deutschland nicht ganz verzichten. Das hat mehrere Gründe, wie eine Umfrage von Verivox zeigt.

Jörg Schamberg, 04.08.2021, 10:51 Uhr
Telefon© Inga F / Fotolia.com

Das klassische Festnetz in Deutschland in Form eines stationären Telefonanschlusses ist noch lange nicht tot. Allerdings nutzen viele Verbraucher das Festnetz oft nur notgedrungen. Der Grund: Das Mobilfunknetz hierzulande ist teils zu schlecht. Laut einer Innofact-Umfrage im Auftrag des Vergleichsportals Verivox sagen dies beispielsweise 20 Prozent der Smartphone-Nutzer zwischen 18 und 29 Jahren.

Schlechte Handynetze erzwingen Festnetznutzung

Über alle Altersgruppen hinweg erklärten 14 Prozent der 1.020 im Juni 2020 befragten Personen, dass sie nur wegen schlechter Abdeckung des Mobilfunknetzes weiter ihren Festnetzanschluss nutzen. 40 Prozent der 18- bis 29-Jährigen telefonieren nur noch mobil. Bei einem besseren Mobilfunknetz würde sich diese Quote noch weiter erhöhen. "Das deutsche Mobilfunknetz hat auch heute noch Lücken, besonders in ländlichen Regionen", erklärt Jens-Uwe Theumer, Vice President Telecommunications bei Verivox. "Wer dort zuverlässig telefonieren möchte, ist oft noch auf das Festnetz angewiesen – oder muss auf internetbasierte Anwendungen wie Videotelefonie oder WLAN-Calls ausweichen."

Festnetztelefonie je nach Tarif günstiger

Aber auch die Kostenfrage ist von großer Bedeutung. Ein Viertel der Umfrageteilnehmer gab an, dass man über das Festnetz günstiger telefonieren könne als mit dem Smartphone. "Ob Festnetz oder Mobilfunk günstiger ist, hängt vom Handytarif ab", sagt Verivox-Experte Theumer. "Eine Handy-Flatrate deckt sowohl Gespräche ins deutsche Festnetz als auch ins Mobilfunknetz ab. Solche Pauschalen gibt es schon ab fünf Euro im Monat. Wer allerdings einen minutenbasierten Handytarif hat, kommt übers Festnetz meist günstiger weg. Gleiches gilt für Gespräche ins Ausland."

Festhalten am Festnetz aus Rücksicht auf Anrufer

Ein weiterer Grund zur Beibehaltung des Festnetzanschlusses ist Rücksicht auf das Telefonverhalten anderer. 43 Prozent der Deutschen würden ihren stationären Anschluss nur behalten, da sie von Personen angerufen werden, die aus Kostengründen einen Anruf auf einem Handy vermeiden möchten. "Die in aller Regel teuren Tarife vom Festnetz zum Handy dürften ein wesentlicher Grund dafür sein," erklärt Theumer. "Wer vom Festnetz ein Mobiltelefon anruft, zahlt ohne Zusatzoption rund 20 Cent pro Gesprächsminute. Das übersteigt die auf Anbieterseite entstehenden Kosten bei weitem und ist nicht mehr zeitgemäß."

Festnetzanschluss oft ohne Zusatzkosten in Internettarifen enthalten

Wer heutzutage in Deutschland einen Internetanschluss bucht, hat meist die Wahl zwischen zahlreichen Doppel-Flat-Tarifen. Neben einer Internet-Flat ist jeweils auch ein Festnetzanschluss inklusive Flat für Anrufe in das deutsche Festnetz inklusive. Für die Festnetztelefonie entstehen Kunden in der Regel keine monatlichen Fixkosten. Das sei für 51 Prozent der Deutschen der wichtigste Grund für die Nutzung des Festnetzanschlusses.

"Der stationäre Anschluss verbessert die Erreichbarkeit vieler Menschen und kostet nichts extra", sagt Jens-Uwe Theumer. "Insofern ist es nicht überraschend, dass in allen Generationen weiterhin eine Mehrheit zumindest ab und zu übers Festnetz telefoniert."

Siegeszug der mobilen Telefonie

Perspektivisch dürfte die Mobiltelefonie nach Ansicht von Verivox aber weiter vorpreschen, insbesondere bei jüngeren Menschen. Für diese sei das Smartphone die Schaltzentrale des digitalen Alltags. Bereits über ein Drittel der Festnetznutzer unter 30 Jahren kennen die eigene Festnetznummer nicht mehr.

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