ARD in Nöten

Darum könnte die "Tagesschau"-App verboten werden

Das Oberlandesgericht Köln denkt über ein Verbot für die "Tagesschau"-App nach. Eine endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen, der Ausgang des Rechtsstreits ist weiter offen.

Marcel Petritz, 05.08.2016, 16:00 Uhr (Quelle: DPA)
GEZAuch die App der Tagesschau wird über Gebühren finanziert.© Denis Junker / Fotolia.com

Köln - Im Rechtsstreit um die "Tagesschau"-App zeichnet sich vor dem Oberlandesgericht Köln eine Entscheidung zugunsten der Zeitungsverlage und gegen die ARD ab. Zwar verkündete das Gericht am Freitag noch keine Entscheidung, doch sagte der Vorsitzende Richter Hubertus Nolte, man neige dazu, der Klage der Zeitungsverlage gegen die "Tagesschau"-App für die Nutzung auf Smartphones und Tablets stattzugeben.

Gericht stuft App als presseähnlich ein

Das Gericht stuft das Angebot der App demnach als presseähnlich ein. Der Schwerpunkt der Information erfolge über weite Strecken in Texten und stehenden Bildern, ohne dass ein Bezug auf bestimmte ARD-Sendungen erkennbar sei, sagte Nolte. Presseähnliche Angebote sind nach dem Rundfunkstaatsvertrag verboten.

Jahrelanger Streit

Seit Jahren streiten Zeitungsverlage mit der ARD über die App. Es geht konkret um die Frage, ob das Angebot der "Tagesschau"-App am Beispieltag 15. Juni 2011 presseähnlich gewesen ist. Der Bundesgerichtshof hat dem Kölner Gericht dafür bestimmte Vorgaben gemacht. Die Zeitungsverleger betrachten die App als unfaire Konkurrenz für ihre eigenen Online-Angebote. Die ARD bestreitet dies und pocht darauf, dass die "Tagesschau" auf allen relevanten Endgeräten präsent sein müsse.

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