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Cybercrime: Jetzt wird’s multimedial

Die Sicherheitsexperten der McAfee Inc. haben einen Blick in die Kristallkugel geworfen und verraten, welchen Weg die Internet-Kriminalität in den kommenden fünf Jahren geht.

16.04.2007, 14:26 Uhr
Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com

Die Sicherheitsexperten der McAfee Inc. haben einen Blick in die Kristallkugel geworfen und verraten, welchen Weg die Internet-Kriminalität in den kommenden fünf Jahren geht. Gerade erschien der halbjährliche Sicherheitsreport des Unternehmens. Kernaussage der zweiten Ausgabe des Global Threat Report: Künftig treiben die Cyber-Kriminellen nicht nur mit PC-Anwendern ihr Unwesen. Auch VoIP-Nutzer, Handy-Besitzer und RFID geraten immer mehr in den Fokus der Online-Attacken. Dabei werden nicht nur alt bekannte Bedrohungen auf neue Technologien ausgedehnt. Die neuen Geräte und Anwendungen bieten auch ganz neue Möglichkeiten für die digitale Kriminalität.
Handy, VoIP und RFID
Cybercrime finde nur da statt, wo er sich bezahlt macht, heißt es in der Mitteilung des Unternehmens. Daraus folgt: Je mehr Anwender eine Technik einsetzen, desto interessanter wird sie auch für Malware-Angriffe. Kein Wunder also, dass auch Handys vor Hackern nicht mehr sicher sind. Ihre technische Vielseitigkeit wird sie laut McAfee künftig zur Zielscheibe machen, beispielsweise für SMS-gestütztes Phishing, das so genannte Smishing.
Interessant sind die kleinen Begleiter auch für die Entwickler so genannter Spyware. Dank Bluetooth werde aus dem Handy die handliche Spionage-Kamera, schildert McAfee. Bluesnarfing, Bluebugging und Bluejacking seien Methoden einer leistungsfähigen und gefährlichen digitalen Form der Werkspionage, so das Zukunftsbild der Experten. Dabei handelt es sich um Techniken, mobile Endgeräte über ihre Bluetooth-Schnittstelle unentdeckt auszulesen und Informationen zu stehlen.
Auch VoIP und RFID (Radio Frequency Identifications) gehören zu den Anwendungen, die künftig mit vermehrten Angriffen rechnen müssen. Bereits heute können VoIP-Gespräche leicht abgehört oder verfälscht werden. Zudem bietet sich die Technik geradezu für das so genannte Spit an, das für den unliebsamen Spam per Internet-Telefonie steht. Bei RFID bestehe hingegen die Möglichkeit, dass der kleine Sender zur Überwachung von Personen genutzt wird.
Vista und die Spam-Plage
Ein wichtiges Thema ist McAfee zufolge auch die Sicherheit des neuen Microsoft-Betriebssystems Windows Vista. Zwar habe der Software-Konzern Schritte unternommen, sein Produkt sicherer zu machen. Die Verbesserungen reichen nach Meinung der Sicherheitsexperten aber nicht aus und schwächen zudem die Bemühungen von Drittanbietern, Rechner zu schützen. Damit spielt McAfee wohl auf das Fehlen des eigenen Produkts in der Liste Vista-zertifizierter Produkte an. Zu guter Letzt macht der "Global Threat Report" auch in Sachen Spam keine Hoffnungen. Die Plage werde auch in den kommenden zwei Jahren weiter wachsen. Aktuell ist die modernste Technik der so genannte Image Spam, mit dem Programme zur Bekämpfung der unerwünschten Werbebotschaften einfach umgangen werden.

(Aleksandra Leon)

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