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Cyberattacke im Kanzleramt wirft weiter Fragen auf - Herkunft von "Regin"-Trojaner ungeklärt

Die Herkunft des Trojaners "Regin" auf einem USB-Stick einer Mitarbeiterin im Kanzleramt ist noch ungeklärt. Der Grünen-Politiker Hans-Christan Stöbele zeigt sich alarmiert. Wenn NSA und GCHQ dahinter stecken würden, wäre dies ein "neuer Angriff unter Freunden".

30.12.2014, 17:31 Uhr (Quelle: DPA)
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Die Spionageattacke auf eine Mitarbeiterin im Kanzleramt von Angela Merkel wirft weiter Fragen auf. Der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Wolfgang Bosbach (CDU), nannte die Meldungen "eine beunruhigende Mitteilung". Die Klärung, woher der Trojaner stamme, sei nun "von überragender Bedeutung", sagte Bosbach der "Frankfurter Rundschau" (Dienstag). Es müsse auch geklärt werden, ob es sich um einen Einzelfall handele oder ob systematisch versucht werde, Mitarbeiter des Kanzleramtes auszuspähen.

"Regin" kann heute beinahe jeder einsetzen

Der Urheber des Monate zurückliegenden Angriffs mit der schwer zu entdeckenden Software "Regin" konnte nach dpa-Informationen nicht nachverfolgt werden. "Regin" wird mit dem US-Abhördienst NSA und seinem britischen Partner GCHQ in Verbindung gebracht. In den Sicherheitsbehörden wird aber nicht ausgeschlossen, dass auch andere Geheimdienste mit weiterentwickelten Versionen arbeiten.

Der Vorsitzende des NSA-Untersuchungsausschusses, Patrick Sensburg (CDU), glaubt nicht, dass die USA oder Großbritannien hinter der Spähattacke stecken. "Da es ein sieben Jahre alter Trojaner ist, kann ihn heute beinahe jeder einsetzen", sagte er der "Westfalenpost" (Dienstag). "Geheimdienste verwenden eigentlich modernere Trojaner." Der Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele zeigte sich hingegen in der "Passauer Neuen Presse" (Dienstag) alarmiert: "Das wäre ein neuer Angriff unter Freunden."

(Jörg Schamberg)

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