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CSU-Plan für ländliche Regionen: Glasfaser oberirdisch verlegen

Für eine Beschleunigung des Glasfaserausbaus gibt es diverse Konzepte. Auch die CSU hat laut "Rheinischer Post" entsprechende Pläne in einem Papier zusammengestellt. Demnach solle in bestimmten Regionen auch eine oberirdische Verlegung von Glasfaserleitungen möglich sein.

05.01.2015, 16:14 Uhr
DSL-Anschluss© IKO / Fotolia.com

Die Kosten für den Glasfaserausbau in Deutschland sind hoch, ein flächendeckender Ausbau kostet Milliardenbeträge. Insbesondere die teuren Tiefbaumaßnahmen schlagen wegen der aufwändigen unterirdischen Verlegung der Glasfaserkabel bei den Ausbaukosten zu Buche. Dabei ließe sich der Ausbau auch kostengünstiger vornehmen. Bereits am Wochenende berichteten wir über ein in anderen Ländern schon genutztes neues Fräsverfahren, das den Glasfaserausbau günstiger und schneller machen soll. Dabei werden Bürgersteige nur noch 20 Zentimeter tief aufgeschlitzt. Eine noch radikalere Lösung schwebt offenbar der CSU vor. Für die Landesgruppen-Klausur in Wildbad Kreuth hat die Partei laut "Rheinischer Post" ein Papier erarbeitet, das in bestimmten Fällen auch eine oberirdische Verlegung von Glasfaserleitungen vorsieht.

CSU fordert milliardenschwere Investitionen

Konkret könnte laut den CSU-Plänen in ländlichen Regionen, in denen es keine flächendeckende Breitbandversorgung gebe, auf eine oberirdische Erschließung gesetzt werden. Denkbar sei die Verlegung der Glasfaserkabel mit Telefon- und Strom-Oberleitungen.

Doch damit nicht genug: Die CSU fordert zudem erhebliche Investitionen. Von dem geplanten zehn Milliarden Euro Investitionsprogramm solle der Großteil "für Erhalt und Neubau der Verkehrsinfrastruktur sowie für den Ausbau leistungsfähiger Breitbandinfrastruktur zur Verfügung" gestellt werden. Die einzelnen Bundesländer sollten selber eigene Gelder für den Breitbandausbau bereitstellen. Bayern geht mit gutem Beispiel voran und fördert den Breitbandausbau mit rund 1,5 Milliarden Euro. Die Kommunen selbst könnten den Ausbau übernehmen, eine Refinanzierung sei durch die Vermietung der Netzinfrastruktur möglich.

Verpflichtende Verlegung von Leerrohren

Geht es nach der CSU, so sollen Neubaugebiete bereits bei der Erschließung verpflichtend mit Glasfaserleitungen bis in die Wohnungen ausgebaut werden. Werden Straßen, Schienen oder andere Infrastruktur neu gebaut, so müsse die Verlegung von Leerrohren verpflichtend werden. Außerdem sehen die CSU-Pläne eine Öffnung der Leitungen von Energie- und Wasser-Versorgern für Datenleitungen vor.

(Jörg Schamberg)

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  • Wow Zuletzt kommentiert von Crusher am 09.01.2015 um 09:07 Uhr
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