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Corona-Warn-App: Zu späte Warnung wegen Stromsparfunktion

Wirklich neu ist das Problem nicht, aber wegen eines "Bild"-Berichts wurde das Thema nun überall zur Schlagzeile. Auf Android-Smartphones etwa von Samsung und Huawei wurde die Hintergrundaktualisierung der Corona-Warn-App automatisch ausgestellt, um Energie zu sparen.

Jörg Schamberg, 24.07.2020, 09:14 Uhr (Quelle: DPA)
Handy mit AndroidAuf diversen Android-Smartphones war die Hintergrundaktualisierung der Corona-Warn-App automatisch ausgeschaltet.© georgejmclittle / Fotolia.com / i12 GmbH

Die Corona-Warn-App hat nach einem "Bild"-Bericht auf Millionen Smartphones mit Android-Betriebssystem wochenlang nur schlecht oder gar nicht funktioniert. Nutzer etwa von Samsung- oder Huawei-Handys seien im Zweifel nicht oder zu spät gewarnt worden, berichtete das Blatt am Donnerstag. Grund sei, dass sich auf Smartphones mit Android-Betriebssystem die notwendige stetige Hintergrundaktualisierung der App bislang automatisch ausstellte, solange diese nicht geöffnet war. Das sollte Akku-Strom sparen.

RKI: Kein automatischer Abgleich im Hintergrund bei einigen Android-Smartphones

Ein Sprecher der Softwarefirma SAP, die die App mitentwickelt hatte, sagte der Zeitung: "Es gab in der Tat ein Problem mit früheren Versionen der Corona-Warn-App in Sachen Hintergrundaktualisierung auf Android-Geräten." Auch das Robert Koch-Institut, das die App herausgibt, sagte der Zeitung: "Der automatische Abgleich im Hintergrund wurde von einem Teil von Android-Smartphones unterbunden."

App funktionierte zu jeder Zeit - Problem schon länger in App-FAQ erwähnt

Das Gesundheitsministerium erklärte am Abend, das Problem sei seit längerem bekannt und auch Thema in den Fragen-und-Antworten (FAQ) der App. Dort sei erklärt, wie sich die Hintergrundaktualisierung aktivieren lasse. Zugleich betonte die Behörde, dass die App "zu jeder Zeit» funktioniert habe. Bestimmte Android-Geräte hätten aber verhindert, dass Apps dauerhaft im Hintergrund laufen. "Das gilt nicht nur für die Corona-Warn-App, sondern für alle Apps auf diesen Smartphones." Die Warn-App tausche aber auch ohne diese Hintergrundaktualisierung anonyme Codes mit anderen Smartphones aus.

Neue App-Version 1.1.1 behebt das Problem

Mit der neuen Version, die Mittwoch erschienen sei, "ist das Problem behoben", erklärte das Ministerium. Nutzer müssten die App nach dem Update einmal kurz öffnen, in die Einstellungen gehen und die "priorisierte Hintergrundaktivität" aktivieren.

Die App soll helfen, Infektionsketten nachzuverfolgen und zu unterbrechen. Außerdem kann sie dazu beitragen, dass Menschen nach einem Coronavirus-Test möglichst schnell ihr Testergebnis digital erhalten und über die App anonym mögliche Kontaktpersonen warnen können, wenn diese auch die App installiert haben.

Professor Hannes Federrath, Präsident der Gesellschaft für Informatik, sprach gegenüber der "Bild"-Zeitung von einem sehr ärgerlichen Fehler, der "gefährlich für die Gesundheit" der Verbraucher sein könnte. Auch er sieht die Schuld bei den Smartphone-Herstellern.

SPD fordert schnelle Aufklärung

Nach dem Bericht über eine Panne in der Corona-Warn-App fordert der digitalpolitische Sprecher der SPD, Jens Zimmermann, umfassende Antworten aus dem Gesundheitsministerium. "Ich erwarte hierzu schnelle Aufklärung durch Minister Spahn", sagte er dem "Handelsblatt" (Freitag). "Es ist mehr als ärgerlich, dass die zuständigen Fachpolitiker von dieser Sache aus den Medien erfahren. Ich hätte mir eine offene Kommunikation durch das Gesundheitsministerium gewünscht", kritisierte SPD-Politiker Zimmermann.

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