Kein geeignetes Handy

Corona-Warn-App: Viele Ältere von Nutzung ausgeschlossen

Der Seniorenhandy-Hersteller emporia fordert Unterstützung für ältere Bürger beim Umstieg auf neue Smartphones. Denn viele Senioren könnten die Corona-Warn-App wegen nicht geeigneter Mobiltelefone nicht nutzen.

Jörg Schamberg, 08.07.2020, 10:12 Uhr
FotohandyRund ein Viertel der Senioren in Deutschland hat kein geeignetes Handy, um die Corona-Warn-App zu nutzen.© WavebreakmediaMicro / Fotolia.com

Die vor rund drei Wochen gestartete, deutsche Corona-Warn-App zählt inzwischen rund 15,1 Millionen Downloads und ist seit Wochenbeginn auch in den App-Stores aller EU-Staaten erhältlich. Kritik kommt dennoch vom österreichischen Seniorenhandy-Hersteller emporia. Nicht einmal die Hälfte der über 50-Jährigen in Deutschland nutze die Corona-Warn-App. Das gehe aus einer Umfrage der Deutschen Seniorenliga hervor. Bei mehr als ein Viertel der Befragten sei der Grund ein nicht geeignetes Handy. Das Unternehmen fordert daher einen Digitalisierungs-Turbo.

Flächendeckende Trainingsoffensive soll Senioren Umstieg auf neues Smartphone erleichtern

"In Deutschland besitzen mehr als zehn Millionen Menschen über 65 noch kein Smartphone. Das war schon in der Corona-Krise, wo die meisten älteren Menschen isoliert waren, eine Tragik, weil sie ihre Angehörigen nicht sehen, weil sie nicht einmal ein Foto bekommen konnten von ihren Kindern und Enkelkindern. Wenn die am stärksten gefährdete Bevölkerungsgruppe jetzt offensichtlich auch noch von der Nutzung der Corona-Warn-App ausgeschlossen ist, dann müssen alle Alarmglocken läuten", kritisiert emporia-Geschäftsführerin Eveline Pupeter den Nachholbedarf in punkto Digitalisierung.

Vor allem ältere Menschen würden nur zögerlich vom Tastenhandy oder von einem alten auf ein neues Smartphone umsteigen. Es bestehe die Befürchtung mit dem neuen Gerät nicht zurecht zu kommen. Daher sei eine flächendeckende Trainingsoffensive erforderlich, um Senioren den Umstieg auf ein zeitgemäßes Smartphone zu erleichtern. Mit einem Smartphone könnte auch in Zeiten wie der Corona-Pandemie mit Freunden und Verwandten Kontakt gehalten werden. Etwa per WhatsApp oder per Video-Telefonie.

"Wir müssen diese digitale Brücke bauen. Wir dürfen nicht zulassen, dass die ältere Generation einfach abgehängt wird", betont die emporia-Managerin. Und Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Seniorenliga, fordert: "Wir haben einen Digitalpakt für Schüler, jetzt brauchen wir einen Digitalpakt für Senioren."

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