Freie Alternative

Corona-Warn-App ohne Google-Dienste im F-Droid-Store verfügbar

Als "Corona Contact Tracing Germany" ist eine alternative Version der offiziellen Corona-Warn-App ohne Google-Dienste basierend auf freier Software veröffentlicht worden.

Christoph Liedtke, 08.12.2020, 14:24 Uhr (Quelle: DPA)
Corona Warn-AppDie Corona-Warn-App gibt es in einer freien Version ohne Google-Dienste.© AA+W / Adobe Stock

Eine kleine Gruppe von freien Programmierern hat die offizielle Corona-Warn-App des Bundes für Android-Smartphones in einer alternativen Fassung für Geräte ohne Google-Dienste veröffentlicht. Damit kann die Anwendung auch auf Android-Smartphones laufen, die nicht über die sonst eigentlich notwendigen Google Play Services verfügen.

Dazu gehören unter anderen die neusten Huawei-Smartphones aus China, die wegen der Boykottmaßnahmen der US-Regierung zwangsweise ohne Google-Dienste auskommen müssen. Die App gelangt damit aber auch auf Geräte wie das Fairphone 3 mit dem alternativen Betriebssystem /e/, bei dem freiwillig auf Google Play Services verzichtet wird.

Ohne Google-Dienste für digitale Souveränität

Die freie Variante der Corona-Warn-App zum Nachverfolgen von Covid-19-Risikokontakten komme komplett ohne Abhängigkeiten von Google aus und sei im freien App-Store F-Droid erhältlich, teilte die Free Software Foundation Europe (FSFE) am Dienstag mit. Die FSFE, ein gemeinnütziger Verein, lobte, dass es für die offizielle App keine Nutzungspflicht gebe und die Anwendung selbst als freie Software verfügbar sei.

Auf Android-Smartphones griffen allerdings die notwendigen Google-Dienste "tief in das System ein und untergraben die digitale Souveränität der Anwenderinnen und Anwender". Dies verhindere standardmäßig die Nutzung vieler Corona-Apps für Menschen, die auf Datenschutz und Softwarefreiheit auf ihren Android-Geräten Wert legen.

Alternativer Titel um Namenskonflikte zu vermeiden

"Die befreite App heißt im F-Droid-Store "Corona Contact Tracing Germany", um Namenskonflikte mit der eventuell parallel installierten offiziellen App zu vermeiden", teilte die Stiftung weiter mit. Die App nutzt dabei Codes des freien Programmierers Marvin Wißfeld, der die notwendige Schnittstelle in "microG", eine Freie-Software-Implementierung der Google-Dienste, integriert hat.

Prinzipiell sollten alle Android-Versionen, egal ob mit oder ohne Google-Diensten oder microG, ab Version 6 aufwärts damit funktionieren, erklärte ein FSFE-Sprecher weiter. An einer Unterstützung für Android 5 werde noch gearbeitet.

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