Dezentraler Ansatz

Corona-Warn-App: Merkel verteidigt hohes Datenschutzniveau

Einigen deutschen Politikern ist die anonyme Nutzung der Corona-Warn-App ein Dorn im Auge. Bundeskanzlerin Angela Merkel lobt hingegen den dezentralen Ansatz und die vergleichsweise hohe Nutzungsquote.

Christoph Liedtke, 21.01.2021, 14:56 Uhr (Quelle: DPA)
Corona Warn-AppDie deutsche Corona-Warn-App verfolgt einen dezentralen Ansatz und nutzt die Schnittstellen von Apple und Google zur Kontaktverfolgung.© AA+W / Adobe Stock

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Entscheidung für ein hohes Datenschutzniveau bei der Corona-Warn-App verteidigt. Dieses sei sehr wichtig für die Akzeptanz der App, sagte Merkel am Donnerstag in Berlin. "Eine Corona-Warn-App für sehr viel weniger Nutzer mit einem geringeren Datenschutz wäre auch nicht gut."

Zentraler Ansatz könnte Gesundheitsämter noch stärker auslasten

Man habe sich für den dezentralen Ansatz entschieden, sagte Merkel, die die Funktion der App an einem Beispiel verdeutlichte. Wenn jemand in der Straßenbahn gesessen habe, der später positiv auf das Coronavirus getestet werde, würden die Menschen, die dort in seiner Nähe waren, über ihre Apps gewarnt - vorausgesetzt, der Infizierte meldet seine Infektion in der App. Das geschieht anonymisiert.

Würde man auf diese Anonymisierung verzichten, dann würden die Handynummern aller, die sich in der Nähe aufgehalten hätten, sichtbar und diese Menschen könnten vom Gesundheitsamt angerufen werden. "Ob es die Gesundheitsämter soviel entlasten würde, weiß ich nicht", sagte Merkel.

Zudem müsse die Regierung mit den Anbietern der Betriebssysteme auf den Smartphones zusammenarbeiten und deren Datenschutzvorkehrungen beachten. Bei einem zentralen Ansatz müsse eine App ganz anders angelegt werden. Eine solche App würde dann mit hohem Stromverbrauch laufen und würde von Apple auch nicht unterstützt.

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