Hohe Betriebskosten

Corona-Warn-App kostet den Bund über 60 Millionen Euro

Die Corona-Warn-App soll helfen, die Kontakte von mit dem Coronavirus Infizierten schneller ausfindig zu machen. Doch die App verursacht Millionenkosten für die Wartung und den Betrieb.

Jörg Schamberg, 17.06.2020, 09:41 Uhr (Quelle: DPA)
BerlinDie Bundesregierung hat bis Ende 2021 rund 45 Millionen Euro für den Betrieb und die Wartung der Corona-Warn-App eingeplant.© elxeneize / Fotolia.com

Für die neue staatliche Corona-App fallen nach dem Start weitere laufende Kosten an. Für Wartung, Pflege und Betrieb der App und anderer Komponenten veranschlagt der Bund in diesem und im kommenden Jahr rund 45 Millionen Euro. Das geht aus Antworten des Finanzministeriums auf Fragen des Linke-Haushaltsexperten Victor Perli hervor. Demnach entfallen auf die Telekom-Tochter T-Systems 43 Millionen Euro, auf den Softwarekonzern SAP knapp zwei Millionen Euro. Zudem werden für Werbung vorerst 3,5 Millionen Euro angegeben.

Gesamtausgaben für die App von mehr als 60 Millionen Euro

Als Kosten für die App-Entwicklung waren von der Bundesregierung bereits rund 20 Millionen Euro genannt worden. Darüber hinaus genannt wurden 2,5 Millionen bis 3,5 Millionen Euro im Monat für die laufenden Betriebskosten, unter anderem für zwei Telefon-Hotlines.

Perli sagte mit Blick auf die aktuellen Gesamtangaben von mehr als 60 Millionen Euro, Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hätte diese Zahlen gleich nennen sollen. "In Krisenzeiten muss schnell gehandelt werden. Das darf aber nicht zur Intransparenz des Regierungshandelns führen." Die Linke fordere eine gesetzliche Regelung für den Einsatz der App, die wirkliche Freiwilligkeit sicherstelle und Restrisiken für einen Datenmissbrauch so gut es geht ausschließe.

App soll Nachverfolgen von Infektionen erleichtern

Die App war am Dienstag zum Herunterladen auf Smartphones gestartet. Sie soll das Nachverfolgen von Infektionen leichter und schneller machen. Dafür kann sie messen, ob sich Handynutzer über eine längere Zeit näher als etwa zwei Meter gekommen sind. Ist ein Nutzer positiv getestet worden und hat dies in der App geteilt, meldet sie nachträglich anderen Anwendern, dass sie sich in der Nähe eines Infizierten aufgehalten haben. Dann kann man sich testen lassen.

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