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Copyright-Verletzung: Universal verklagt MySpace

Die Universal Music Group hat den "Social Networking"-Dienst MySpace verklagt. Grund: Der Dienst ermuntere User, rechtlich geschütztes Material zu veröffentlichen.

21.11.2006, 13:05 Uhr
Internet© Anterovium / Fotolia.com

"Sharing" liegt im Trend. Mit anderen Usern geteilt wird dabei so ziemlich alles, was das Internet zu bieten hat. Hauptsächlich werden auf Seiten wie YouTube oder MySpace jedoch Musik oder Videos von den Usern hochgeladen. Doch was im Trend liegt, ist nicht immer rechtlich unproblematisch. Klagen lassen daher nicht lange auf sich warten.
Universal verklagt MySpace
Oft veröffentlichen Nutzer auf solchen Sharing-Seiten etwa Musikdateien, an denen sie die Rechte nicht besitzen. Diese Copyright-Verletzungen sind den Rechte-Inhabern, wie etwa der Musikindustrie, ein Dorn im Auge. Die Universal Music Group hat jetzt in den USA den "Social Networking"-Dienst MySpace verklagt, der zu Rupert Murdochs "News Corporation" gehört. Sie wirft dem Dienst vor, seine Nutzer zu ermutigen Musik oder Musikvideos auf die Seite zu stellen, ohne die dafür nötigen Rechte zu besitzen.
Die Klage wurde am Freitag in Los Angeles in nicht spezifizierter Gesamthöhe eingereicht. Pro illegalem Song oder Video wurde die Schadenshöhe auf 150.000 US-Dollar angesetzt. In der Klage wirft Universal MySpace vor, sich aus der Verantwortung zu stehlen, da die MySpace-Nutzer dem Dienst eine Erlaubnis zur Veröffentlichung der hochgeladenen Dateien einräumen müsste. Diese Erlaubnis könnten die Nutzer MySpace aber nicht einräumen, da sie keine Rechte an Werken hätten, da sie diese nicht selbst produziert hätten.
"Audio Fingerprinting" gegen Copyright-Verletzungen
Darüber hinaus behauptet Universal in der Klage weiter, dass viele der auf MySpace veröffentlichen Dateien nicht von den Usern selbst erstellt wären, sondern vielmehr von den Rechteinhabern geklaut würden. MySpace sei "ein williger Partner bei diesem Diebstahl", so die Klage. Ursprünglich hatte Universal versucht eine Lizenzvereinbarung mit MySpace zu schließen, dies sei jedoch fehlgeschlagen.
MySpace selbst versucht das Problem zunächst auf technische Weise zu lösen. So soll demnächst ein Feature eingeführt werden, das es erlaubt, illegale Inhalte zu markieren. Diese würden dann entfernt werden. Zudem soll "Audio Fingerprinting" eingesetzt werden, eine Technik mit der rechtlich geschütztes Material anhand einer Musikdatenbank identifiziert werden kann.

(Christopher Bach)

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