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"Connect"-Netztest: Telekom siegt knapp vor Unitymedia

In dem umfangreichen Breitband- und Festnetztest der Fachzeitschrift konnte die Telekom erneut mit dem besten Netz überzeugen. Neben der Telekom erhielt auch Unitymedia die Gesamtnote "sehr gut". Getestet wurden insgesamt 14 Provider.

05.07.2013, 12:13 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

In den vergangenen Wochen wurde die Deutsche Telekom wegen der Drosselung von DSL-Flatrates heftig kritisier. Nun gibt es für den Bonner Konzern wieder Grund zur Freude. Die Telekom hat sich im aktuellen Breitband- und Festnetz-Test der Fachzeitschrift "connect" erneut als bester bundesweiter Anbieter behaupten können. Auf Platz 2 rangiert mit Unitymedia aber bereits ein Kabelnetzbetreiber. Die Zeitschrift hatte insgesamt sieben bundesweite Provider sowie sieben regionale bzw. Discountanbieter untersucht. Bei den regionalen Carriern siegte Tele2 vor dem Münchener Telekommunikationsanbieter M-net. Unter dem Strich stellt die "connect" fest, dass die Anbieter im Vergleich zum Vorjahr an der Qualität ihrer Netze gearbeitet haben.

1,6 Millionen Messungen an 26 Standorten

Die Zeitschrift hat den Test bereits zum vierten Mal zusammen mit dem Festnetztestexperten zafaco durchgeführt. Unter die Lupe genommen wurden NGN- bzw. Festnetzanschlüsse an bundesweit insgesamt 26 Standorten, die Telefonie wird in der Regel per VoIP realisiert. Innerhalb eines Monats wurden im Testzeitraum von Ende Mai bis Ende Juni automatisiert rund um die Uhr circa 1,6 Millionen Messungen durchgeführt. Analysiert wurden unter anderem die Sprachqualität und die erzielten Datenraten. Getestet wurden Anrufe innerhalb des eigenen Netzes sowie in die Netze der Mitbewerber.

Sowohl die Deutsche Telekom als auch Unitymedia erhielten die Gesamtnote "sehr gut". Sechs Provider beurteilten die Tester mit "gut", darunter Vodafone, 1&1, Kabel BW, Telefónica Deutschland (o2), Tele2 und M-net. Kabel Deutschland und congstar wurden als "befriedigend" eingestuft. Nur als "ausreichend" gelten die Testergebnisse von KielNET, EWE und NetCologne. Das Schlusslicht bildet Versatel, der Anbieter wurde als einziger Provider mit der Gesamtnote "mangelhaft" bewertet.

Unitymedia ist der Telekom dicht auf den Fersen

Die DSL-Anschlüsse der Telekom überzeugten laut "connect" mit "hoher und stabiler Rundum-Performance", unter anderem konnten die Tester bei den Bonnern die schnellsten Ping-Zeiten messen. "Der Test hat auch dieses Jahr gezeigt: Telekom Kunden bekommen das beste Netz", betonte Bruno Jacobfeuerborn, Geschäftsführer Technik der Telekom.

Mit zwei Punkten Abstand in der Gesamtwertung rangiert Unitymedia nur knapp hinter der Telekom. Die in Nordrhein-Westfalen und Hessen nutzbaren Kabelanschlüsse des Kölner Kabelnetzbetreibers punkteten vor allem mit sehr guten Sprachverbindungen und HTTP-Downloads. Unter Last, bei parallelem Datenverkehr, brachen die Werte während der Telefonate allerdings etwas ein. "Die Integration der Netze von Unitymedia und KabelBW ist bald abgeschlossen. Dann wird unser Internet- und Telefonangebot noch leistungsfähiger sein", kommentierte Unitymedia KabelBW-Chef Lutz Schüler den Test.

Der drittplatzierte Anbieter Vodafone bot gute Ergebnisse sowohl bei Sprachverbindungen als auch bei Datenübertragungen. Allerdings verlangsamte sich die Reaktionszeit in den Abendstunden spürbar. Auf Platz 4 folgt 1&1: Während der Provider aus Montabaur bei den Datenmessungen etwas schlechter als einige Wettbewerber abschloss, konnte 1&1 aber bei Verbindungen ins eigene Netz unter Datenlast die kürzesten Verbindungszeiten aufweisen.

Weiter auf Seite 2: Kabel BW rutscht ab - langsames KDG-Netz in den Abendstunden

Ein wenig vom Pech verfolgt war Kabel BW, da während des vierwöchigen Testzeitraums von Ende Mai bis Ende Juni einige Netzausfälle für Probleme bei der Telefonie sorgten. Der Kabelnetzbetreiber rutschte von Rang 2 im Vorjahr auf Platz 5 ab. Zudem brauchte der baden-württembergische Provider für den Verbindungsaufbau aus dem eigenen Netz zu ISDN-Anschlüssen bei parallelem Datenverkehr am längsten. Bei den Datenmessungen kam Kabel BW aber nahe an die guten Werte der Test-Spitzenreiter Telekom und Unitymedia heran.

Pannen bei Kabel BW, Andrang im KDG-Netz

Eine erhebliche Leistungssteigerung attestierten die Tester Telefónica Deutschland (Platz 6). Rufaufbauzeiten und Sprachverständlichkeit hätten sich erheblich verbessert. Dafür müssen o2-Kunden aber fast eine Sekunde auf Rückmeldungen auf HTTP-Anfragen warten, wenn gleichzeitig Uploads und Telefonate stattfinden. Das war der schlechteste Wert im Test.

Kabel Deutschland (KDG), der größte deutsche Kabelnetzbetreiber, musste sich mit Rang 7 begnügen. KDG zeigte laut "connect" Schwächen bei den erzielten Download- und Upload-Bandbreiten. Insbesondere in den Abendstunden zwischen 19 und 22 Uhr dauern Downloads, wohl aufgrund des großen Kundenandrangs im Netz, erheblich länger.

Kabel Deutschland wies auf Anfrage unserer Redaktion darauf hin, dass der von Zafaco durchgeführte Festnetztest an nur sechs Internetanschlüssen von Kabel Deutschland erfolgt sei. Vor kurzem hätte Zafaco aber eine Studie für die Bundesnetzagentur erstellt und Messungen an einer fünfstelligen Anzahl von KDG-Internetanschlüssen vorgenommen. "Dabei hat Kabel Deutschland - wie auch alle anderen Kabelnetzbetreiber - wesentlich bessere Ergebnisse erzielt und die DSL-Betreiber hinter sich gelassen. Insofern ist die BNetzA-Studie repräsentativer und aussagekräftiger", erklärte ein KDG-Unternehmenssprecher.

(Jörg Schamberg)

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