Telefon & Internet

Connect Festnetztest: Fünfmal "sehr gut" und eine neue Nummer 1

Im Festnetztest 2019 vergab die Zeitschrift connect fünfmal die Note "sehr gut". Den Testsieg holte sich ein Unternehmen, das im Vorjahr nur auf Platz 3 kam. Neu: Es flossen Ergebnisse aus Crowdsourcing-Analysen ein.

Top Internet Provider© i12 GmbH

München – Welcher Anbieter liefert das beste Gesamtpaket aus Sprachqualität, Webzugang und stabilem Videostreaming? Für den Festnetztest 2019 haben connect und zafaco die wichtigsten Anbieter in Deutschland einer Härteprüfung unterzogen. Dabei wird zwischen "Big Playern" (große Anbieter mit über 2 Prozent Marktanteil) und "Local Playern" (regionale Anbieter unter 2 Prozent Marktanteil) unterschieden.

Ergebnisse des Festnetztests im Überblick

Der Kabelanbieter Unitymedia konnte sich deutlich steigern und den Gesamtsieg erringen (im Vorjahr: Platz 3). Dahinter kamen der Vorjahressieger Deutsche Telekom auf Platz 2 und 1&1 als Dritter ins Ziel (Vorjahr: Rang 2). Beide boten ebenfalls eine "sehr gute" Performance. Telefónica erreichte wie im Vorjahr Platz 4, verbesserte sich jedoch von der Testnote "gut" auf "sehr gut". Vodafone zeigte insgesamt "gute" Leistungen, was aber wie 2018 nur für Platz 5 reichte. Bei den Local Playern gewann zum vierten Mal in Folge M-net dank erneut starker Leistungen. EWE und NetCologne fielen im Vergleich zum Vorjahr leicht zurück. Pÿur/Tele Columbus konnte sich leicht verbessern, landete aber trotzdem auf dem letzten Platz. Maximal waren 1.000 Punkte erreichbar.

connect Festnetztest 2019: Die besten "Big Player"

1. Platz: Unitymedia (Marktanteil: 10,4 Prozent, ca. 3,5 Mio. Kunden)

Nachdem die Kölner in den letzten Jahren im Mittelfeld landeten, schafften sie diesmal den Gesamtsieg. Das Aktionsgebiet des Kabelanbieters ist auf NRW, Hessen und Baden-Württemberg begrenzt. Vor allem in der bislang eher kritischen Telefonie hat sich Unitymedia klar verbessert. In der Kategorie Highspeed-Internet zeigte der Anbieter ebenfalls gute Leistungen. Entscheidende Punkte holte Unitymedia jedoch in der neu eingeführten Crowdsourcing-Disziplin. Hier erzielte man das beste Ergebnis im Testfeld.

connect-Urteil: sehr gut, 893 Punkte

2. Platz: Deutsche Telekom (Marktanteil: 39,7 Prozent, ca. 13,4 Mio. Kunden)

Der Vorjahressieger kam diesmal nur auf Platz 2, ist aber in der Telefonie weiter die Nummer 1. Auch bei den Highspeed-Internetmessungen schnitten die Bonner gut ab. In der neuen Crowdsourcing-Kategorie landete die Telekom jedoch nur im Mittelfeld. Defizite zeigten sich vor allem beim Verhältnis der gemessenen Upload-Datenraten zum vertraglich vereinbarten Wert. Sehr gute Ergebnisse erreichte die Telekom bei den Web-Services, im Bereich Web-TV war das Ergebnis durchwachsen.

connect-Urteil: sehr gut, 879 Punkte

3. Platz: 1&1 (Marktanteil: 13,1 Prozent, ca. 4,4 Mio. Kunden)

Auch wenn es nicht für den Testsieg reichte, boten die Montabaurer sehr gute Leistungen. Der drittgrößte deutsche Breitbandanbieter nach der Telekom und Vodafone erreichte in der Sprach-Disziplin überzeugend schnellen Verbindungsaufbau und kurze Sprachlaufzeiten. Im Bereich Highspeed-Internet zeigte 1&1 zusammen mit dem Local Player M-net sogar die beste Performance. Im Crowdsourcing landete der Anbieter im Mittelfeld. Bei den Web-Services zählte 1&1 mit O2/Telefónica und M-net zum Spitzentrio.

connect-Urteil: sehr gut, 872 Punkte

4. Platz: O2 / Telefónica (Marktanteil: 5,9 Prozent, ca. 2 Mio. Kunden)

Gegenüber 2018 konnten sich die Münchner leicht steigern und dadurch die Gesamtnote "sehr gut" erreichen. In der Sprachtelefonie erzielte O2 gemeinsam mit M-net hinter der Telekom das zweitbeste Ergebnis. Auch im Bereich Highspeed Internet waren die Resultate gut, allerdings verhinderten Schwächen bei den gelieferten Upload-Bandbreiten eine höhere Punktzahl. Sehr gut schnitt O2/ Telefónica vor allem bei den Web-Services und beim Web-TV ab.

connect-Urteil: sehr gut, 850 Punkte

5. Platz: Vodafone (Marktanteil: 19,9 Prozent, ca. 6,7 Mio. Kunden)

Mit einem Mix aus verschiedenen Anschlusstechnologien wie DSL-, Kabel- und Glasfaserleitungen erzielten die Düsseldorfer gute Ergebnisse bei der Telefonie. Verbesserungspotenzial offenbarte die Daten-Disziplin. Hier fielen zum Teil zu geringe Upload-Bandbreiten im Verhältnis zum vertraglich vereinbarten Wert auf. In den Crowdsourcing-Analysen landete Vodafone im Mittelfeld. Und bei den Web-TV-Tests offenbarten die Düsseldorfer das schwächste Teilergebnis im Test.

connect-Urteil: gut, 808 Punkte

Local Player (Anbieter unter 2 Prozent Marktanteil)

1. Platz: M-net (Marktanteil: 1,5 Prozent, ca. 500.000 Kunden)

Zum vierten Mal in Folge gewannen die Münchner in der Kategorie der Local Player. Das Versorgungsgebiet umfasst die Großräume München und Ulm, viele Regionen Bayerns sowie den Main-Kinzig-Kreis in Hessen. In der Telefonie-Wertung erreichte der Anbieter gemeinsam mit Telefónica den zweiten Platz – nur die Telekom war hier besser. Bei den Daten-Messungen war M-net gemeinsam mit 1&1 sogar stärkster Anbieter. Im Crowdsourcing landete der Local Player jedoch nur im Mittelfeld.

connect-Urteil: sehr gut, 885 Punkte

2. Platz: EWE (Marktanteil: 1,8 Prozent, ca. 600.000 Kunden)

Der Netzbetreiber bietet zwischen Ems und Elbe, in Brandenburg und auf Rügen VDSL- und Glasfaserleitungen an. Die an den Testanschlüssen ermittelten Durchschnittswerte zeigten ein gemischtes Bild: Bei der Sprachtelefonie gab es durchaus Verbesserungspotenzial. Auch die Highspeed-Internettests ließen noch Luft nach oben. Insgesamt gute Ergebnisse brachten dagegen die Web-Service-Messungen.

connect-Urteil: gut, 829 Punkte

3. Platz: Net Cologne (Marktanteil: 1,2 Prozent, ca. 400.000 Kunden)

Das im Raum Köln/Bonn aktive Unternehmen offenbarte Schwächen bei der Telefonie: Verbindungsaufbauzeiten, Sprachlaufzeiten, Sprachqualität und Fehlerraten waren nicht optimal. Die Ergebnisse im Bereich Highspeed-Internet lagen im Durchschnitt. Beim Crowdsourcing waren die Ergebnisse gut, die Web-Service-Leistungen und Web-TV-Resultate bleiben ausbaufähig.

connect-Urteil: gut, 819 Punkte

4. Platz: Pÿur/Tele Columbus (Marktanteil: 1,8 Prozent, ca. 600.000 Kunden)

Die Angebote des Kabelanbieters sind in NRW, Niedersachsen, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin, Brandenburg und weiteren Bundesländern erhältlich. Wie im Vorjahr erzielte der Anbieter bei den Sprachmessungen das schlechteste Ergebnis im Testfeld. Auch bei den Datenmessungen landete er auf dem letzten Platz. Dieses trübe Bild bestätigte sich bei den Crowdsourcing-Analysen, wo Pÿur ebenfalls die geringste Punktezahl einfuhr. Bei den Web-Services und im Bereich Web-TV gibt es ebenfalls Verbesserungspotenzial.

connect-Urteil: befriedigend, 719 Punkte.

Mehr zum Test

Bereits zum zehnten Mal führte connect seinen Festnetztest in enger Kooperation mit dem Messspezialisten zafaco durch, der Testanschlüsse in 52 Städten betreibt. An den Standorten nahmen automatisierte Testsysteme im Mai und Juni 2019 insgesamt rund 4,6 Millionen Messungen in den Disziplinen "Sprache" (Telefonie), "Highspeed-Internet" (Daten- und Fehlerraten) und "Web-Services & Web-TV" (Aufruf von Webseiten, Gaming-Servern, Foto-Uploads, TV über das Internet) vor. Die Anforderungen seien wie jedes Jahr verschärft und an die technische Entwicklung angepasst worden, so connect. Eine wichtige Neuerung sei die Erweiterung durch Crowdsourcing-Analysen. Diese wurden für die 107 Stadtkreise und kreisfreien Städte Deutschlands durchgeführt.

Melanie Zecher

Lesen Sie alles Wichtige von onlinekosten.de - auf Wunsch per WhatsApp direkt auf dem Handy. Whatsapp-Newsletter Wöchentlichen Newsletter
Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang
NewsletterPopup