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Congster: T-Online startet DSL-Billigheimer

T-Online geht überraschend schon mit der neuen Billigtochter an den Start, wird den Markt damit aber kaum umkrempeln können.

DSL-Anschluss© IKO / Fotolia.com
Von wegen CeBIT: T-Online zeigt allen Gerüchteköchen eine lange Nase und legt mit Congster einen Schnellstart hin. Die Billig-Tochter ist ab sofort im Geschäft.

Starttermin: Sofort!

Noch keine zwei Wochen ist es her, dass die Wirtschaftswoche den Spekulationen um T-Onlines Pläne mit einem hauseigenen Billigheimer neues Futter gegeben hatte. Über das berufsjugendliche neue Outfit in Grün und Orange sowie Einzelheiten der Tarifstruktur war die WiWo offensichtlich bestens informiert, mit dem Starttermin lagen die Experten allerdings deutlich daneben.

Denn der Klassenneuling ist ab sofort im Spiel und das gleich ziemlich vorlaut: Congster hilft ganz lieb bei der Kündigung eventuell bestehender Verträge mit der Konkurrenz. Richtig Sorgen machen müssen sich die Wettbewerber allerdings nicht. Zwar lockt der Provider mit einem Empfehlungsprogramm und 10-Euro-Gutschriften für Neukunden und Empfehlende. Doch mit Preisen ab 3,99 Euro für fast zwei Gigabyte hat Congster das Pulver auch nicht neu erfunden, die Flatrates sind nicht viel billiger als bei T-Online.

Flat ab 25,99 Euro

Verstecken muss sich die T-Online-Tochter allerdings auch nicht. Das Flat-Angebot ist nach Bandbreite gestaffelt, 25,99 Euro bei T-DSL 1000, 35,99 Euro bei 2048 kbit/s Downstream und 45,99 Euro für den 3000er-Anschluss. Die Preisstruktur der Volumentarife (3,99 Euro für 2000, 6,99 Euro für 4000, 12,99 Euro für 8000 Megabyte) ist geeignet, bei der Konkurrenz an der Resterampe zumindest Stirnrunzeln zu verursachen. Angstschweiß wird wohl keiner fließen, und kommentiert wird das Ganze schon gar nicht.

Dabei liegt auf der Hand, dass Congster vor allem auf Wechslerjagd gehen will. Kunden, die nach einem günstigeren Provider als T-Online suchen, sollen im eigenen Haus eine Alternative finden. Doch besteht Congster darauf, ein eigenständiges Unternehmen zu sein.

Wechsler im Visier

An der Ausrichtung lässt ein Sprecher des Unternehmens allerdings keinen Zweifel. "Wir wollen keine Anschlüsse vermarkten." Sondern reinen Access, ohne Schnickschnack, ohne viel Verwaltungsaufwand, ohne Wartezeiten. Keine Logistik für den Versand teurer Modems, keine Scherereien mit Anschlussschaltungen - der ideale Congster-Kunde hat schon T-DSL und will nur billig surfen.

Was ist ein Congster?

Congster will offensichtlich auch weg vom Beamten-Image der Mutter. Das Bemühen um einen anderen Ton ist deutlich zu spüren. Doch reichen ein paar Trendfarben und eine Schneeschönheit mit Snowboard dafür nicht aus. Zumal das offizielle "Sie" bei aller Jugendlichkeit noch etwas fremd wirkt. Hauptsache, der Name erinnert irgendwie an Napster. Mehr war zur Bedeutung von "Congster" auch nicht in Erfahrung zu bringen.

Aber nicht nur der Name weckt bei Filesharern Assoziationen: "Reicht für 700 MP3s" wirbt der Provider für seinen Einstiegstarif. Das findet die Musikindustrie bestimmt echt cool.

(Volker Briegleb)

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