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Concert Stick: Das Konzert zum Mitnehmen

Das Livemusik-Portal Concert Online etabliert einen neuen Merchandise-Artikel für die Fans von Live-Musik: Den USB-Stick mit der Aufnahme des gerade erlebten Konzerts direkt nach der Show.

Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com
Immer mehr Künstler entdecken eine neue Möglichkeit, ihre je nach Tagesform mehr oder weniger ordentlich erbrachte Leistung auf der Showbühne, direkt nach Konzertende in bares Geld umzumünzen. Das Livemusik-Portal Concert Online nimmt die Konzerte live auf und verkauft den Fans nach der Show einen USB-Stick mit den Songs des Abends im MP3-Format.

Ein Konzert für 20 Euro

"Jeder zehnte Konzertbesucher nimmt eine Aufnahme mit", erklärte kürzlich Marcus von Husen, Sprecher des Kölner Unternehmens Music Networx, das hinter Concert Online steht, gegenüber der "Rheinischen Post" (RP). Den Anfang machte bereits im April des letzten Jahres DJ Bobo. Es folgten Konzerte von Künstlern wie BAP, Thomas D., Bloc Party oder Mando Diao. Aktuell zeichnet das Concert Online-Team die komplette Peter-Maffay-Tour 2009 auf und bietet die Live-Mitschnitte der Shows direkt im Anschluss an jedes Konzert auf USB-Stick an - immer zum Preis von 20 Euro. Auch bei den Toten Hosen und Simply Red sind die Tontechniker derzeit bei jedem Konzert dabei.

Außerdem wird Concert Online erstmalig bei den Mega-Festivals "Rock am Ring" und "Rock im Park" mit seinem Aufnahme-Mobil vertreten sein und die offiziellen Festival-Sampler produzieren. Zehn Tracks sollen dann direkt vor Ort im MP3-Format auf einem USB-Stick erhältlich sein. Dazu komme noch ein Download-Gutschein für zehn zusätzliche Songs, die dann später online ausgewählt und heruntergeladen werden könnten.

Von der Bühne direkt auf den Stick

Professionelle Tontechniker begleiten die Tourneen mit entsprechender Aufnahme- und Produktionstechnik. Alle Songs werden direkt von der Bühne im Mehrspurverfahren aufgenommen und unabhängig von der Akustik der Location abgemischt. Die so entstehenden Live-Aufnahmen werden noch vor Ort in einzelne Tracks aufgeteilt, benannt, in MP3s mit 320 kBit/s-Qualität gewandelt und auf bis zu elf USB-Sticks pro Minute kopiert. Damit die Sticks dann auch direkt nach Konzertende verkauft werden können, sind Zugaben nicht darauf enthalten, könnten aber ab dem folgenden Tag kostenlos über das Internet heruntergeladen werden.

Die USB-Sticks haben ein individuelles Design und werden je nach Vorstellung der Künstler in einer Fanbox oder auch mit Lanyard im Backstage-Pass-Look verkauft. Zusätzlich könnten noch Fotos, Interviews, Wallpaper oder Backstage-Material auf den Datenspeicher gepackt werden. Um Probleme mit Abspiel-Software zu verhindern, sei auf dem USB-Stick ein unabhängiger Musik-Player integriert.

Musikindustrie unterstützt das Angebot

Diesmal scheint auch die Musikbranche das neue Angebot zu begrüßen. "Grundsätzlich gibt es dagegen keine Bedenken", zitiert die "RP" den Sprecher des Bundesverbandes der Musikindustrie David Knoell. Schließlich gäbe es Verträge zwischen den Produzenten und den Musikfirmen, die wiederum am Absatz beteiligt seien. Aber ganz ohne Bedenken geht es natürlich auch in diesem Fall nicht: "Die Gefahr steigt, dass die Musik nun noch schneller in illegalen Tauschbörsen im Internet landet," so Knoell.

(Michael Posdziech)

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