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Computer fördern Schüler

Schüler, die häufiger den PC nutzen, schneiden in der Schule in wichtigen Fächern wie Mathematik besser ab. Das sagt zumindest eine neue Studie.

25.01.2006, 00:00 Uhr
Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com

Schüler, die gut mit Computern umgehen können, erreichen in wichtigen Fächern wie Mathematik bessere Leistungen als Mitschüler ohne entsprechende Erfahrungen. Dies geht aus einer von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) veröffentlichten Sonderauswertung der internationalen PISA-Schulstudie hervor. Der Vorteil der eifrigen PC-Nutzer ist in Deutschland offenbar ausgeprägter als im OECD-Durchschnitt.
PC-Nutzung fördernd?
Der Zugang 15-jähriger Schüler zu Computern stieg von 2000 bis 2003 sowohl zu Hause als auch in der Schule deutlich an. Deutsche Jugendliche nutzen die Rechner allerdings in der Schule weitaus weniger als ihre Altersgenossen in anderen Ländern: Der Großteil sitzt deutlich häufiger zu Hause vor dem PC als in der Schule.
Deutsche Schüler, die zu Hause keinen Computerzugang haben, schnitten bei dem Mathematiktest im Rahmen der PISA-Studie 2003 deutlich schlechter ab als ihre Mitschüler mit PC-Zugang. Selbst bei Berücksichtigung sozioökonomischer Faktoren machte der Leistungsunterschied immer noch fast ein ganzes Schuljahr aus.
Noch wichtiger ist aus Sicht der Experten, dass erfahrene Computer-Nutzer in wichtigen Schulfächern besser abschneiden. Die Matheleistungen von Schülern mit weniger als einem Jahr Computererfahrung entsprechen 436 Punkten auf der PISA-Skala. Dagegen kommen Schüler mit mehr als fünf Jahren Erfahrung auf 533 Punkte. Häufige PC-Nutzung daheim
In Deutschland benutzen 82 Prozent der 15-Jährigen ihre Computer zu Hause mehrmals in der Woche. Nur in Kanada, Island, Schweden, Australien, Korea, Dänemark, Belgien und den USA ist der Anteil der intensiven PC-Nutzer höher. Der OECD-Durchschnitt liegt bei 74 Prozent.
In Deutschland ist zudem die Zahl der 15-jährigen Schüler, die sich in der Schule einen Computer teilen müssen, doppelt so hoch wie im OECD-Durchschnitt. Ein Großteil der Schulleitungen sieht darin allerdings kein Problem: Nur 34 Prozent der Schulleiter geben an, dass ein Mangel an Computern die Unterrichtsversorgung bis zu einem gewissen Grad oder stark beeinträchtigt.
Die Jugendlichen benutzen ihre PCs der Untersuchung zufolge zu Hause nicht nur für Spiele. Die Hälfte der befragten Schüler gab an, häufig Textverarbeitungsprogramme zu gebrauchen oder das Internet als Suchinstrument zu nutzen. Mädchen sind mit Computern laut Studie weniger vertraut als Jungen.

(Hayo Lücke)

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