Bieterwettstreit

Comcast übernimmt Sky für über 33 Milliarden Euro

Niederlage für Rupert Murdochs Konzern 21st Century Fox: In einer Auktion im Rahmen eines Bieterwettstreits schnappte sich der US-Kabelkonzern Comcast den britischen Pay-TV-Anbieter Sky.

Sky© Sky Deutschland Fernsehen GmbH & Co. KG

London - Die Übernahmeschlacht um das britische Medien- und Telekommunikationsunternehmen Sky ist entschieden: Der US-Kabelriese Comcast hat sich im Bieterwettbewerb gegen den Murdoch-Konzern 21st Century Fox durchgesetzt. Dies gab die britische Übernahmekommission in London am Samstag bekannt. Die Auktion hatte am Freitag um 18 Uhr (MESZ) begonnen und ging über die maximal zugelassenen drei Runden. Comcast bot demnach umgerechnet mehr als 33 Milliarden Euro für Sky.

Comcast-Chef: Sky ist eine starke Marke

Comcast-Vorstandschef Brian Roberts sprach laut einem Bericht der britischen Nachrichtenagentur PA von einem "großen Tag" für sein Unternehmen. Sky sei eine starke Marke und Plattform, die Comcast zusätzlich Kunden verschaffen könne. Er rief die Sky-Anteilseigner auf, dem Kaufangebot zuzustimmen.

Der Bezahlsender Sky wurde dank vieler neuer Kunden und guter Geschäfte als Übernahmeziel immer attraktiver. Fox hatte vor der Auktion 24,5 Milliarden Britische Pfund (mehr als 27 Milliarden Euro) geboten, Comcast wollte sogar umgerechnet 29,3 Milliarden Euro zahlen.

Geschäft von Sky läuft gut

Insgesamt machte Sky im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 13,6 Milliarden Pfund - ein Plus von fünf Prozent. Der Nettogewinn stieg um 18 Prozent auf 815 Millionen Pfund. Die Zahl der zahlenden Kunden stieg um mehr als eine halbe Million auf gut 23 Millionen. Sky macht den Löwenanteil seines Geschäfts in Großbritannien und Irland. Die deutsche Sky-Tochter Sky Deutschland (www.sky.de Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
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), die viele Bundesligaspiele zeigt, hat inzwischen 5,2 Millionen Kunden.

Geplante Übernahme durch 21st Century Fox gescheitert

Fox besitzt bereits 39 Prozent an Sky und wollte das Unternehmen eigentlich komplett übernehmen. Dieser Plan stieß aber auf Widerstand bei den Aufsichtsbehörden. Sie fürchteten zu viel Einfluss des Murdoch-Clans auf die britische Medienlandschaft.

Daher sollte im Falle eines Zuschlags für Fox der Nachrichtensender Sky News ausgegliedert werden. Murdoch hatte bereits angekündigt, Sky News an den US-Unterhaltungskonzern Disney weiterzureichen. Dieser hatte Comcast vor wenigen Wochen im Kampf um das Film- und Fernsehgeschäft von Fox ausgestochen.

Das Misstrauen gegen den 87 Jahre alten Medienmogul Rupert Murdoch sitzt in Großbritannien spätestens seit dem Abhörskandal um die 2011 eingestellte Wochenzeitung «News of the World» tief. Jahrelang hatten Murdochs Journalisten Handygespräche von Verbrechensopfern und Prominenten abgehört und Polizisten bestochen.

Dem US-Amerikaner gehören bereits die auflagenstärkste Zeitung Großbritanniens, das Boulevardblatt "The Sun"», die seriöse "Times" und die gleichnamigen Sonntagszeitungen. Die Briten fürchten daher zu viel Einfluss auf die öffentliche Meinung und auf die Politik.

Jörg Schamberg / Quelle: DPA

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