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ComBOTS zieht die Notbremse

Offensichtlich konnten sich Heidi, Frodo und Bussi auf dem Desktop nicht wirklich durchsetzen. ComBOTS entwickelt ComBOTS nicht mehr weiter und richtet sich neu aus.

25.09.2007, 11:09 Uhr
Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com

Das war kurz und bündig: "Die ComBOTS AG hat heute die Einstellung der Weiterentwicklung des gleichnamigen Kommunikationsdienstes und eine Neuausrichtung der Gesellschaft beschlossen." So heißen die einleitenden Worte der Unternehmensmitteilung, die heute aus Karlsruhe versandt wurde. Reichlich trocken für einen hippen Instant Messenger, der noch im Juli vergangenen Jahres ein wohl behütetes Geheimnis war und eigentlich zur nächste Generation der Kommunikation werden wollte.
Keine Millionenscharen
Für mehr als 100 Millionen Nutzer sei die Technik entworfen worden, erklärte ComBOTS-Gründer Michael Greve bei einer ersten Präsentation im August 2006 und deutete damit auch die hochgesteckten Ziele seines Unternehmens an. Die Auslastungsgrenze dürfte aber nicht mal annähernd in Sicht gewesen sein: Das Unternehmen begründet seine Neuausrichtung mit einer unbefriedigenden Marktakzeptanz des kostenlosen Dienstes. Der geringe Vorlauf der Nachricht deutet sogar eher auf ein Ende mit Schrecken: Die Restrukturierung des Unternehmens soll bereits im vierten Quartal dieses Jahres zu einer deutlichen Reduzierung der Kostenstruktur führen, heißt es seitens ComBOTS.
Bugs, Einladungen, Kosten
Das Ende kommt überraschend, wenn auch der Kommunikationsdienst vom Start weg wenig Applaus ernten konnte. So wies die erste Version, die auch von unserer Redaktion getestet wurde, einige Bugs auf und auch die limitierte Nutzergemeinde sowie die kostenpflichtigen Avatare fanden wenig Gegenliebe. Mit der raschen Neuausrichtung will ComBOTS vermutlich größere Verluste verhindern. Schließlich hat die Entwicklung des Kommunikationsdienstes ganze drei Jahre Zeit gekostet und mehr als 100 Patente sollen weltweit Unternehmensangaben zufolge angemeldet worden sein.
Nach abgeschlossener Restrukturierung strebt die Gesellschaft für 2008 aber ein positives Jahresergebnis von ein bis zwei Millionen Euro an.

(Aleksandra Leon)

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