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CNN startet eigenes "YouTube"

Was YouTube kann, kann CNN schon lange: Mit "CNN Exchange" sollen die Zuschauer künftig selbst berichten und eigene Videos veröffentlichen.

31.07.2006, 15:04 Uhr
Video© Thomas Pajot / Fotolia.com

Das Internet hat die Medienlandschaft verändert. Bei Krisen und Anschlägen sind Webforen und Blogs oft "näher dran" als Zeitungen oder TV-Sender - wenn auch nicht immer ganz objektiv. Grund genug für die traditionellen Medien die eigenen Leser oder Zuschauer in die Berichterstattung einzubinden. Nachrichtenpionier CNN will nun ebenfalls seine Zuschauer zu Wort kommen lassen mit "CNN Exchange".
Mitmach-Journalismus
Der Trend zum Mitmach-Journalismus startete vor allem nach den Anschlägen in London vor etwa einem Jahr. Britische Zeitungen und Fernsehsender riefen auf, selbst aufgenommene Handyvideos oder Fotos einzusenden. Einige davon wurden dann ausgestrahlt. CNN Exchange will diesen Trend nun ebenfalls für sich nutzen. Auf der Seite sollen Nutzer eigene Videos, Tondokumente und Artikel veröffentlichen können.
Video-Sharing-Webseiten liegen derzeit im Trend. Wie die Nachrichtenseite "CNET News" berichtet, sind Webseiten wie YouTube oder Guba nun zu Selbstbedienungsläden für die Kriegsberichterstattung geworden. So habe CNN beispielsweise mit Videoclips, die auf YouTube gefunden wurden, über die Kämpfe im Libanon berichtet. Die Videos wurden von Bügern aufgenommen, die in Notunterkünfte flüchteten oder Raketen-Einschläge in Gebäude beobachteten.
"Breaking News" per Formular
CNN Exchange will mit so genannten "I-Reports" das Reporter-Potenzial der eigenen Zuschauer weiter ausschöpfen. So können Nutzer beispielsweise per "Breaking News"-Formular ihre aufgenommenen Fotos, Videos oder Tondokumente samt Kommentar hochladen. Ob es sich bei dem Dienst wie der Name vermuten lässt um einen fairen "Austausch" handelt, bleibt fraglich: CNN sichert sich sämtliche Rechte an den eingesandten Werken und behält sich auch vor, diese zu verändern oder zu bearbeiten. Eine Bezahlung gibt es nicht. YouTube steht derzeit wegen ähnlich einseitigen Nutzungsbedingungen in der Kritik.

(Christopher Bach)

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