Audio-App

Clubhouse: App für Android angekündigt - Ärger für Ramelow

Die zunächst nur für iPhones verfügbare Audio-App Clubhouse soll zukünftig auch als Android-App erhältlich sein. Noch sei man aber erst am Anfang der Entwicklung. Ministerpräsident Ramelow hat bereits Ärger nach einem Auftritt bei Clubhouse.

Jörg Schamberg, 25.01.2021, 08:44 Uhr (Quelle: DPA)
MusikDie App Clubhouse bietet Diskussionen nur als Audio-Formate. (Symbolfoto)© fotogestoeber / Fotolia.com

Die neue Social-Media-App Clubhouse soll künftig auch auf Smartphones mit dem Google-Betriebssystem Android laufen können. Das kündigten die beiden Firmengründer Paul Davison und Rohan Seth am Sonntag in einem Blogeintrag an. Bislang ist die Audio-Anwendung nur für das iPhone verfügbar. Wann Clubhouse auch im Google Play Store verfügbar sein wird, teilen die Clubhouse-Macher nicht mit.

Clubhouse hat zwei Millionen aktive Nutzer

Clubhouse ist eine Audio-App, bei der die Anwender Gesprächen wie bei einem Live-Podcast zuhören oder sich aktiv an Diskussionen beteiligen können. Im Gegensatz zu Netzwerken wie Twitter kann man Beiträge nicht schriftlich kommentieren oder "Likes" vergeben.

Davison und Seth schrieben, mit Clubhouse hätten sie den Nerv der Menschen getroffen sich zu treffen. "Und es hat sich in den letzten zehn Monaten schnell entwickelt - von einer kleinen Handvoll Beta-Tester zu einem vielfältigen und Netzwerk von Communities." In der vergangenen Woche hätten "zwei Millionen Menschen auf der ganzen Welt Clubhouse besucht, um sich auszutauschen, zu lernen, zu lachen, unterhalten zu werden, sich zu treffen und zu vernetzen". "Es ist die aufregendste Sache, an der wir je teilgenommen haben."

Mit zwei Millionen aktiven Anwendern ist Clubhouse deutlich kleiner als Twitter mit rund 330 Millionen aktiven Nutzern.

Clubhouse startet mit Entwicklung von Android-App

Die Programmierung einer Android-Version steht aber offenbar noch ganz am Anfang: Man werde "bald mit der Arbeit an der Android-App beginnen und weitere Funktionen für Barrierefreiheit und Lokalisierung hinzuzufügen, damit Menschen auf der ganzen Welt Clubhouse auf eine Art und Weise erleben können, die sich für sie vertraut anfühlt", schrieben die Firmengründer weiter.

Unterdessen werde man sich darum kümmern, technische Probleme bei den Servern wegen des großen Nutzer-Zulaufs in den Griff zu bekommen. "Ein großer Teil einer neuen Finanzierungsrunde wird in die Technologie und Infrastruktur fließen, um das Clubhouse-Erlebnis für alle zu skalieren, so dass es immer schnell und performant ist, unabhängig davon, wie viele Leute teilnehmen."

Für die virale Verbreitung setzt Clubhouse auf eine umstrittene Methode, die bereits Grundlage des rasanten Wachstums von WhatsApp war. Nachdem man die App installiert und die Einladung aktiviert hat, verlangt die App Zugriff auf sämtliche Einträge im Kontakte- Adressbuch des verwendeten iPhones. Diese Praxis wurde bei WhatsApp von Datenschützern in Europa heftig kritisiert, weil die Anwender eigentlich zuvor jeden einzelnen Kontakt um Erlaubnis fragen müssten, bevor die persönlichen Daten auf Server in den USA übertragen werden.

Kritik an Ministerpräsident Ramelow nach Clubhouse-Auftritt

In der Ministerpräsidentenkonferenz auf dem Smartphone rumdaddeln und die Kanzlerin als "Merkelchen" verniedlichen: Nur wenige Tage nach dem Beginn des Hypes um die Talk-App Clubhouse in Deutschland hat sich bereits der erste Spitzenpolitiker mit lockeren Plaudereien in Bedrängnis gebracht. Und die Kritik an Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow nach seiner lockeren Auftritt in der App ebbt noch nicht ab - am Montag wurde sie auch in Ramelows eigenem Kabinett laut. Der Linken-Politiker hat sich selbst inzwischen mehrfach auf verschiedenste Weise für seine Aussagen in der Nacht zu Samstag entschuldigt. Der kommunikative Fauxpas könnte ihn aber auch in der neuen Woche noch weiter verfolgen.

Ramelow ist der App zufolge seit dem 21. Januar angemeldet, in der Nacht zu Samstag nahm er, wie er der dpa sagte, an der Talkrunde "Trash und Feuilleton" teil - und plauderte aus dem vielzitierten Nähkästchen. So erzählte der Linke-Politiker, dass er sich während der Beratungen der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zur Corona-Krise gerne dem Onlinespiel Candy Crush widme. Wie die "Welt am Sonntag» berichtete, sagte Ramelow, er schaffe dabei bis zu zehn Level. Zudem soll er bei seinem Auftritt gesungen und die Kanzlerin als "Merkelchen" bezeichnet haben. Letzteres sei aus dem Kontext gerissen worden, sagte der Linken-Politiker der dpa.

"Ab sofort, wenn ich jetzt dieses Format anmache, merke ich, im Hinterkopf habe ich jetzt die Lernkurve von vorgestern und gestern", sagte der Linke-Politiker am Sonntag bei einem erneuten Auftritt bei Clubhouse. Die Analyse eines Mediendienstes, dass der Feind stets mithöre, habe er nun hinsichtlich der App verinnerlicht. Ganz explizit entschuldigte er sich für die Formulierung "Merkelchen": "Eine kluge Frau hat mir auf @clubhouse_de gerade schlüssig den eigentlichen Fauxpas meiner Clubhaus Plauderei dargelegt und es hat mich überzeugt", twitterte Ramelow am Sonntagabend. "Den Namen der Bundeskanzlerin zu verniedlichen war ein Akt männlicher Ignoranz. Dafür meine ehrliche Bitte um Entschuldigung."

Ramelow: Der eine spielt Soduku und ich eben Candy Crush

Dass er während der Bund/Länder-Beratungen auch mal Candy Crush spiele, sei dagegen kein Aufreger und auch kein Geheimnis. Wenn man wisse, dass eine Ministerpräsidentenkonferenz zurzeit um die zehn Stunden dauere und viel Leerzeit beinhalte, "dann gebe ich gerne zu, dass der eine Sudoku spielt, der andere strickt oder häkelt oder sonst was macht - und ich eben Candy Crush spiele."

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