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Claudia Roth im Kongo: "Kauft faire Handys!"

Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth kommt ohne ihr Smartphone im Alltag kaum aus. Beim Kauf des nächsten Handys will sie nach aktuellen Eindrücken im Kongo vor allem darauf achten, dass die Produktion möglichst fair und umweltfreundlich erfolgt.

15.06.2014, 15:01 Uhr (Quelle: DPA)
Smartphone© goodluz / Fotolia.com

Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth hat Handykäufer während einer Reise durch die Demokratische Republik Kongo aufgefordert, mehr auf die Herkunft der Rohstoffe in den Geräten zu achten. Sie zeigte sich beeindruckt vom Besuch einer Mine für Erze wie Coltan, die ein Zertifikat dafür erhalten hat, dass dort keine Kinder oder Schwangere arbeiten. Es sei ein Erfolg auch deutscher Entwicklungszusammenarbeit, dass es mittlerweile solche Projekte bei der Rohstoffgewinnung für die Elektronikindustrie gebe, sagte die Grünen-Politikerin der Nachrichtenagentur dpa.

Einsatz von "konfliktfreien" Rohstoffen

"Ich werde mir nach der Reise schleunigst ein faires Handy zulegen", sagte Roth, also ein Mobiltelefon, bei dem auf die Einhaltung der Menschenrechte bei der Produktion geachtet wurde. Die Verbraucher sollten dem Aspekt mehr Beachtung schenken, meinte Roth: "Kauft faire Handys!" Der Friedensmission der Vereinten Nationen zur Stabilisierung des Kongo (MONUSCO) stellte Roth ein gutes Zeugnis aus. "Sie hat viel dazu beigetragen, dass große Gebiete befriedet sind."

Der Einsatz von "konfliktfreien" Rohstoffen beschäftigt seit geraumer Zeit die Halbleiterindustrie und Mobilfunkbranche. Zuletzt hatte der Chiphersteller Intel einen Prozessor vorgestellt, der ohne Rohstoffe auskommt, die aus Krisengebieten wie etwa bestimmten umkämpften Regionen im Kongo oder in angrenzenden Ländern stammen. Im Februar erklärte Apple, ausschließlich auf "konfliktfreie" Mineralien zu setzen und veröffentlichte eine Liste aller Erzminen, aus denen Rohstoffe für iPhone, iPad und andere Geräte kommen.

In den Niederlanden bietet die Firma Fairphone ein Smartphone an, das nach Angaben des Herstellers ohne Mineralien aus Bürgerkriegsgebieten auskommt. Bei einem Test des Ökoportals "Rank a Brand" schnitt das Fairphone am besten ab - vor Apple und Nokia. Am Ende des Rankings von insgesamt 20 Firmen landeten die Hersteller Samsung, Asus, LG, Microsoft und HTC.

(Marcel Petritz)

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