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Chromebooks kannibalisieren die Netbooks

In den USA kommen Chromebooks auf einen Marktanteil von 20 bis 25 Prozent beim Verkauf von Laptops, die weniger als 300 Dollar kosten, berichtet der Marktforscher NPD Group.

12.07.2013, 17:01 Uhr
Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com

Die Verkäufe für Laptops sinken, denn vielen reicht ein Smartphone oder Tablet, um zwischendurch ein paar Nachrichten zu lesen und mit den Freunden in Kontakt zu bleiben. Es gibt aber noch einen weiteren Profiteur: Die Chromebooks werden in den USA als Alternative zu Laptops für unter 300 Dollar immer beliebter. Dies berichtet die Finanznachrichtenagentur "Bloomberg".

Marktsegment mit stärkstem Wachstum

Chromebooks sind erstmals vor zwei Jahren erschienen. Sie laufen unter Googles Betriebssystem Chrome OS, das den Chrome-Browser um ein rudimentäres Linux ergänzt, das kaum mehr macht, als das Chromebook zu starten. Sämtliche Anwendungen laufen dann im Browser. Dadurch ist das Gerät sehr schnell, aber ohne Internetverbindung und eine Festlegung auf Googles Dienste kaum zu gebrauchen.

Damit ist das Chromebook keine Alternative zum Beispiel für Pendler, die im Zug über Land fahren und dabei Funkloch nach Funkloch durchqueren, oder für junge Leute, die sich keine mobile Internet-Flatrate mit ausreichend Datenvolumen leisten können. Aber allen Orakeln zum Trotz entscheiden die Kunden an der Kasse anders. Trotzt der negativen Entwicklung auf dem PC-Markt überrascht das Chromebook mit steigenden Verkaufszahlen, sogar mit dem stärksten Wachstum im Marktsegment.

Neue Kunden mit Highend-Chromebooks erschließen

In den USA hätten Chromebooks mittlerweile einen Marktanteil von 20 bis 25 Prozent beim Verkauf von Laptops, die weniger als 300 Dollar kosten, berichtet der Marktforscher NPD Group. Das werden im Wesentlichen Netbooks sein, die unter dem Microsoft-Betriebssystem Windows laufen. Der Marktforscher IDC betont aber auch, dass der Niedergang der Billig-Laptops vor allem auf den Erfolg von Tablets und Smartphones zurückgehe. Laut Gartner haben Chromebooks einen Anteil am Laptop-Markt von 4 bis 5 Prozent im ersten Quartal 2013.

Ein Grund für den Erfolg der Chromebooks könnte auch der Einsatz in Bildungseinrichtungen sein, also in Schulen und Universitäten, wo die internetbasierten Billigrechner gleich klassenweise angeschafft werden. Konkrete Zahlen liefern die Marktforscher hierfür aber nicht. Lenovos erstes Chromebook, das ThinkPad X131e, wurde für den Einsatz dort konzipiert. Das "e" im Namen steht für "education".

Dabei soll es aber nicht bleiben. Mit dem Chromebook Pixel hat Google Anfang des Jahres ein Gerät vorgestellt, das auf dem selben Konzept beruht, aber aus hochwertigen Materialien gefertigt und mit leistungfähiger Hardware bestückt wurde. Dies schlug sich allerdings auch im Preis nieder: Für knapp 1.000 Euro kam das Highend-Chromebook auf den Markt. Verkaufszahlen für das Pixel liegen allerdings noch nicht vor.

(Peter Giesecke)

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