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China wird neue Internet-Großmacht

Die USA werden voraussichtlich schon im kommenden Jahr die Spitzenposition auf dem weltweiten Breitbandmarkt an China abgeben. Das Reich der Mitte schließt in Riesenschritten zu den USA auf.

18.06.2007, 16:46 Uhr
Notebook© Roman Hense / Fotolia.com

Wachablösung an der Spitzenposition der Internet-Supermächte. Die USA verlieren schon bald ihren Spitzenplatz an China. Während in den USA 60,3 Millionen Breitbandanschlüsse existieren, surfen bereits mehr als 56 Millionen Chinesen über Breitbandverbindungen und holen in Riesenschritten auf. Innerhalb eines Jahres wurden allein fünf Millionen neue Anschlüsse registriert.
Deutschland auf Platz vier
Da ergab eine Studie des Marktforschungsinstituts Point Topic. Platz drei der Statistik nimmt Japan mit 26,5 Millionen Breitbandanschlüssen ein, Deutschland belegt mit 16,1 Millionen Anschlüssen Platz vier. Ende März waren weltweit etwa 1,1 Milliarden Menschen online, davon etwa 298 Millionen über einen Breitbandzugang. Nicht nur Experten sind vom enormen Tempo überrascht, mit dem China zu den USA aufschließt.
Die hohen staatlichen Investionen für einen Ausbau der Breitband-Technik dürften dazu beitragen. Ob sich die nach nach wie vor praktizierte Internet-Zensur der chinesischen Regierung dauerhaft halten kann, ist allerdings fraglich. Zunächst sollen die Olympischen Spiele, die im kommenden Jahr in Peking ausgetragen werden, einen weiteren Wachstumsschub bringen. Bis zur Eröffnung des Großereignisses sollen beispielsweise alle Haushalte der chinesischen Hauptstadt mit einem schnellen Breitbandzugang ausgestattet werden.
Die Zahlen bei der Verbreitungsdichte sprechen allerdings für die USA. 53 Prozent der Haushalte werden mit einem Breitbandanschluss versorgt, in China sind es nur 14 Prozent. Deutschland verbucht 60 Prozent, die unangefochtene Spitzenposition gehört mit 90 Prozent nach wie vor Südkorea. Entwicklungs- und Schwellenländer könnten mit alternativen Übertragungstechniken wie UMTS oder WiMAX punkten und den Abstand zu den Breitband-Marktführer verkürzen. Mobilfunknetze können im Vergleich mit der Infrastrukutur von Telekommunikations- und Kabelunternehmen wesentlich schneller und preiswerter aufgestellt werden.

(Stefan Hagedorn)

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