LTE-Nachfolger

China dominiert den deutschen Markt bei 5G-Smartphones

Smartphones mit 5G-Mobilfunkchip kommen in Deutschland überwiegend von chinesischen Herstellern. Noch ist die Nachfrage überschaubar, doch der Markt steht vor Veränderungen. Apples kommende iPhone-Serie könnte dazu beitragen.

Christoph Liedtke, 14.08.2020, 17:04 Uhr
5G SmartphoneAuf dem deutschen Markt dominieren derzeit 5G-Smartphones aus China.© Liridon / Adobe Stock

Elf verschiedene Hersteller bieten in Deutschland Smartphones für die fünfte Mobilfunk-Netzgeneration (5G) an, sieben davon stammen aus China. Die Nachfrage ist noch gering: In Deutschland liegt der 5G-Marktanteil Schätzungen zufolge im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Auch beim Zusammenspiel von Hard- und Software gibt es Nachholbedarf, wie eine aktuelle Analyse von den Tarifexperten von Verivox zeigt.

Apples 5G-Start als Initialzündung

In Deutschland sind nach derzeit 33 5G-Smartphones zu haben, weltweit mehr als doppelt so viele Modelle. Dass 64 Prozent der hier tätigen 5G-Hersteller chinesischer Herkunft sind, kommt nicht von ungefähr: China ist der Markt mit dem höchsten 5G-Anteil; im zweiten Quartal 2020 war jedes dritte in China erworbene Smartphone 5G-fähig. Die meisten 5G-Smartphones insgesamt hat der koreanische Hersteller Samsung verkauft. Analysten erwarten, dass Huawei Samsung noch in diesem Jahr an der Spitze ablöst – nicht zuletzt wegen der hohen Binnennachfrage in China.

Apple hat bislang gezögert; doch die für den Herbst erwartete neue iPhone-Modellreihe wird sehr wahrscheinlich erstmals im 5G-Netz funken: "Apple bleibt auch bei 5G seiner Strategie treu, innovative Techniken nicht sofort einzusetzen, sondern eine gewisse Marktreife abzuwarten", sagt Jens-Uwe Theumer, Vice President Telecommunications bei Verivox. "5G-taugliche iPhones werden dem gesamten Markt einen kräftigen Schub verleihen – ähnlich wie beim 4G-Start vor zehn Jahren."

Altes und neues Netz arbeiten Hand in Hand

Für die Verbreitung von 5G sind nicht nur passende Hardware und Tarife nötig, auch die lokale Infrastruktur spielt eine große Rolle. Um ihre Ausbauziele zu erreichen, stellen die Netzbetreiber an immer mehr Funkstandorten die Standards 4G und 5G parallel zur Verfügung: "So ist es den Anbietern möglich, 5G recht schnell vielen Menschen zugänglich zu machen", sagt Theumer. Der Preis des schnelleren Ausbaus in der Fläche: Gigabit-Geschwindigkeiten sind mit der parallelen Nutzung an einem Standort nicht erreichbar. Der Maximalspeed dürfte um 200 Megabit pro Sekunde liegen – das bietet auch 4G bereits.

Noch funken auch aktuelle 5G-Geräte nicht in jedem Teil des Netzes. Bei einigen Smartphones ist ein Software-Update notwendig – die Geräte waren ab Werk nicht auf alle heute genutzten Frequenzbereiche ausgelegt. "Wenn die Geräte-Software die Frequenzen nicht verarbeiten kann, verbleiben die Smartphones auch dort im langsameren 4G-Netz, wo 5G verfügbar wäre", sagt Theumer. "Aktuell spielen die Hersteller Updates ein, um ihre Geräte entsprechend nachzurüsten."

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