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China bekommt eigenes Wikipedia

Die größte chinesische Suchmaschine Baidu hat eine nach dem US-Vorbild Wikipedia gestaltete Internet-Enzyklopädie gestartet - zensiert versteht sich.

14.05.2006, 09:31 Uhr
Welt© Julien Eichinger / Fotolia.com

Die größte chinesische Suchmaschine Baidu hat eine nach dem US-Vorbild Wikipedia gestaltete Internet-Enzyklopädie gestartet. Die Inhalte von Baidupedia sind allerdings zensiert. So war ein Abfragen von Begriffen wie der in China verbotenen Falun Gong-Bewegung oder des Dalai Lama am Donnerstag weder auf Englisch noch auf Chinesisch möglich - jedes Mal erschien der Hinweis "Diese Seite kann nicht angezeigt werden."
Original-Wiki gesperrt
Wikipedia erfreute sich in China wachsender Beliebtheit, bis die Regierung in Peking Ende vergangenen Jahres den Zugang sperrte - offiziell, um die Nutzer vor Pornografie- oder Gewaltdarstellungen zu schützen. In China gibt es rund 111 Millionen Internetnutzer. Um diesen riesigen Markt zu nutzen, machen mehrere westliche Internet-Unternehmen Zugeständnisse an die Zensurbestimmungen.
Zensur aus dem Westen
Kritiker werfen Yahoo vor, den Pekinger Behörden mit der Bereitstellung von Verbindungsdaten dabei geholfen zu haben, einen Journalisten und einen Internet-Dissidenten zu fassen, die später zu Gefängnisstrafen verurteilt wurden. Die Technologie von Cisco soll Berichten zufolge in China dazu eingesetzt werden, Internet-Inhalte zu zensieren und Cyber-Dissidenten aufzuspüren. Google und Microsoft haben beide eingeräumt, bei der Zensur von Websites mit den chinesischen Behörden zusammenzuarbeiten.

(Aleksandra Leon)

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