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CES: Nvidia zeigt Tegra K1-Prozessor mit 192 Grafik-Kernen

Mobile Endgeräte sollen in Zukunft zu grafischen Allzweckwaffen werden. Nvidia hat auf der CES in Las Vegas einen neuen Prozessor präsentiert, der satte 192 Grafikkerne mitbringen wird.

06.01.2014, 09:50 Uhr
SMS© TristanBM / Fotolia.com

Wie jedes Jahr Anfang Januar blickt die IT- und TK-Brache auch in diesem Jahr mit weit geöffneten Augen in die amerikanische Wüste nach Las Vegas. Denn auf der Consumer Electronics Show (CES) werden auch in diesem Jahr wieder unzählige Technik-Neuheiten präsentiert. Eine der ersten Pressekonferenzen hat in der Nacht zu Montag Nvidia abgehalten; mit einem auf dem Papier echten Highlight.

Super-CPU: Nvidia Tegra K1

Dabei handelt es sich um den neuen Tegra K1-Prozessor, der als Nachfolger des Tegra 4-Prozessors am Markt platziert werden soll. Doch statt einen Prozessor mit acht oder zwölf Grafikkernen zu realisieren, hat man sich bei Nvidia dazu entschlossen, einen Chip zu entwickeln, der 192 einzelne Kerne vorweisen kann. Der Plan sieht vor, den Prozessor auf der Kepler-Technologie der Geforce-Architektur basieren zu lassen, um so mobile Betriebssysteme zu wahren Allzweckwaffen zu machen. Grafisch soll damit erreicht werden, dass zum Beispiel auf Smartphones und Tablets Grafiken dargestellt werden können, die man bisher nur von einem leistungsstarken PC oder Notebook kannte.

Nvidia hat sich zum Ziel gesetzt, dass der neue Tegra K1-Prozessor bis zu dreimal schneller sein wird als der aktuelle A7-Prozessor von Apple, der zum Beispiel im iPhone 5s oder iPad Air integriert ist. Angeboten wird er in zwei Versionen. Eine Quad-Core-Version mit 32-bit und einer Taktrate von bis zu 2,3 Gigahertz und eine Dual-Core-64-bit-Version mit einem Takt von bis zu 2,5 Gigahertz. Durchaus zu beachten ist zudem, dass die Leistungsaufnahme bei gerade einmal 5 Watt liegen soll. Letztlich wird sich der Prozessor aber zunächst einmal im Alltag beweisen müssen. Denn auch wenn die zahlreichen Demos in der CES-Pressekonferenz auf viel Rechenpower schließen lassen, kann dabei natürlich viel zu den eigenen Gunsten optimiert werden.

Einführung in zwei Schritten

Hinzu kommt: der Tegra 4 ist als offizieller Vorgänger in Europa nur in einem ziemlich überschaubaren Rahmen in Erscheinung getreten. Es gilt also abzuwarten, ob und falls ja wie es Nvidia konkret gelingen wird, den K1 am Markt zu platzieren. Zumal die Konkurrenz nicht schlafen und sich die Butter nicht einfach so vom Brot nehmen lassen wird. Die 32-bit-Variante soll im ersten Halbjahr dieses Jahres in den Handel kommen, die 64-bit-Version erst in der zweiten Jahreshälfte.

Als zweites großes Themenfeld hat sich Nvidia die Automobilindustrie auf die Fahnen geschrieben. Künftig sollen Millionen Chips des Herstellers in Autos implementiert werden – auch der neue K1-Prozessor in der so genannten VCM-Variante. Er soll unter anderem dabei helfen, selbstfahrende Autos noch sicherer zu machen. Geplant ist unter anderem, dass er mit Kameras ausgerüstete Assistenz-Systeme steuert, die zum Beispiel Fußgänger bemerken, den toten Winken überwachen oder Straßenschilder erkennen. Einer der ersten Kunden wird Audi sein.

Weitere neue Hardware – etwa ein Update zur tragbaren Spielekonsole Shield, die überraschend im vergangenen Jahr auf der CES vorgestellt wurde und hierzulande bis heute auf sich warten lässt – blieb Nvidia in diesem Jahr schuldig.

(Hayo Lücke)

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