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CES: MySpace kommt ins Fernsehen

Mittels einer neuen Softwareplattform von Yahoo! können Geräterhersteller das Internet auf die Mattscheibe zaubern. Als einer der ersten Partner konnte MySpace gewonnen werden.

08.01.2009, 11:11 Uhr (Quelle: DPA)
Internet© Daniel Fleck / Fotolia.com

Auf neuen Flachbildfernsehern der großen Hersteller sollen die Zuschauer künftig direkt und ohne PC auf ausgewählte Internet-Inhalte sowie Videos zugreifen können. Elektronik-Konzerne wie Sony und Samsung kündigten erste entsprechende Geräte am Mittwoch (Ortszeit) im Vorfeld der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas an. Beide Unternehmen schlossen dafür eine Partnerschaft mit dem Internet-Dienstleister Yahoo!.
Der Fernseher lernt Internet
Sony integrierte in seinen neuen Bravia XBR9 eine Funktion, über die beispielsweise das Wetter, Aktienkurse oder Videos von YouTube abgerufen werden können. Samsung hat die Funktionen ebenfalls in seine neuen Flachbild-Fernseher eingebaut. Internet-Kabel (Ethernet) oder ein sogenannter USB-Dongle ermöglichen den Zugang ins Netz. Erste Modelle von Geräten mit hochauflösender Bildwiedergabe werden bereits im Frühjahr auch in Deutschland verfügbar sein.
Neue Nutzergruppen im Visier
Für die Entwicklung der verschiedenen Anwendungen setzt Yahoo! auf eine offene Softwareplattform, auf deren Basis Programmierer aus aller Welt eigene Anwendungen kreieren können. "Die Philosophie der Offenheit ist für den Erfolg eine wesentliche Grundlage", sagte Yahoo!-Manager Patrick Barry. Als einer der ersten Partner konnte MySpace gewonnen werden. Die Social Community will künftig ihre Mitglieder auf der Mattscheibe zusammenbringen. Zwei befreundete Nutzer könnten sich so beispielsweise online über ein Fußballspiel unterhalten, das gerade live im Programm läuft, berichtet das "Wall Street Journal". Entsprechende Anwendungen werden derzeit auf der CES dem Publikum vorgeführt. Für MySpace bedeutet die Kooperation mit Yahoo! den Gewinn neuer potentieller Nutzergruppen: Schon seit Monaten strauchelt das Wachstum der Web 2.0-Plattform.
Gerätehersteller überbieten sich mit Ideen
Auch der japanische Elektronikkonzern Panasonic stellte neue Fernseher aus seiner Viera-Reihe vor, die auf Inhalte von YouTube sowie Dienste des Suchmaschinen-Spezialisten Google zugreifen können. Panasonic setzt bei seinem Angebot auf ein eigens zusammen gestelltes Sortiment an Nachrichten und Dienstleistungen.
Zusätzliche Angebote an Filmen auf Abruf sollen die neuen Fernseher künftig zur selbstständigen Multimedia-Anlage machen. Für den europäischen Markt hatte Panasonic bereits im Herbst eine Kooperation mit Eurosport geschlossen, über die Sportsendungen in hoher Auflösung auf den Bildschirm kommen sollen. Sony kündigte in Las Vegas eine Partnerschaft mit dem Video-on-demand-Dienst des Online-Händlers Amazon an. Da dieser Dienst vorerst nur in den USA verfügbar ist, dürfte es noch einige Zeit dauern, bis ein Angebot an aktuellen Filmen auch in Europa verfügbar ist.
Ebenfalls vorerst nur in den USA dürfte das Video-Angebot von LG verfügbar sein. Der südkoreanische Hersteller stattet einige seiner LCD- und Plasma-Fernseher mit einem Zugang zur Online-Videothek Netflix aus. Abonnenten können aktuelle Filme und TV-Serien direkt am Fernseher abrufen. Die Auswahl umfasst dem Anbieter zufolge rund 12.000 Titel.

(André Vatter)

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