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CES: Huawei Ascend D2 - iPhone-Konkurrent aus China

Wer hätte das gedacht. Ein Oberklasse-Smartphone in wertigem weißen Aluminium-Gehäuse von Huawei. Auf dem Papier kann sich das D2 sehen lassen - doch kommt der Schönling auch nach Deutschland?

08.01.2013, 00:01 Uhr
Handy Telefonat© Yuri Arcurs / Fotolia.com

Vor gar nicht allzu langer Zeit hätte wohl hierzulande niemand dem chinesischen Netzwerkspezialisten Huawei zugetraut, ein hochpreisiges Edel-Smartphone aus Aluminium an den Start zu bringen. Der Elektronikriese aus Fernost tut allerdings jetzt genau das und wildert mit dem Ascend D2 im Premium-Segment. Die Ausstattung kann sich sehen lassen.

Mit Gorilla-Glas und Alu-Look

Fünf Zoll groß ist der IPS-Touchscreen mit FHD-Technologie, der von Huawei selbst als "Super Retina Display" bezeichnet wird. Will heißen: das Display des Ascend D2 stellt 443 Pixel pro Inch (ppi) mit einer Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln dar, was waschechtem HD entspricht und sehr viel größeren Bildschirmen in nichts nachsteht. Zum Vergleich: das Retina-Display des iPhone 5 bietet "nur" 1.136 x 640 Pixel bei 326 ppi.

Im Inneren des eleganten Smartphones verrichtet ein eigens produzierter Vierkern-Prozessor namens K3V2 bei einer Taktung von vier mal 1,5 Gigahertz seinen Dienst. Damit der Nutzer auch möglichst lange Spaß an dem Gerät hat, ist der Akku mit 3000 mAh sehr großzügig bemessen. Huawei gibt an, dass eine Ladung in UMTS-Netzen für sechs Tage Standby ausreicht. Dies dürfte mit entsprechend angepasster Hardware somit auch hierzulande zu realisieren sein. Zu Gesprächszeiten machte der Hersteller auf der Pressekonferenz in Las Vegas leider keine Angaben.

Auf der Rückseite des D2 ist eine HDR-fähige 13-Megapixel-Kamera verbaut, deren ISO-Sensibilität "höher ist, als bei anderen Smartphones dieser Kategorie", so Huawei. Das Gehäuse ist aus Aluminium und Metall gefräst und steht auf den ersten Blick den Platzhirschen im Oberklasse-Segment in nichts nach. Mehr noch: Huawei verspricht sowohl Staub- als auch Wasser-Resistenz. Beim Blick auf das empfindliche und mit Wasser-Indikatoren übersäte iPhone von Apple ein selbstbewusster und mutiger Schritt nach vorne, sind es doch auch teure Reparaturen und Geräte-Tode, an denen die Hersteller durch erloschene Garantieansprüche bei verfärbten Wasser-Indikatoren verdienen.

In der Summe bringt das Huawei Ascend D2 mit all seinen Eigenschaften 170 Gramm auf die Waage, bei einer Tiefe von 9,9 Millimetern. Huawei gibt an, dass WLAN-Verbindungen mit bis zu 150 Mbps realisiert werden - und das nicht nur in der Theorie. Der Speicher fällt mit 32 Gigabyte (GB) ausreichend groß aus, ebenso der Arbeitsspeicher mit 2 GB. Ein Speicherkarten-Slot ist nicht vorhanden. Ebenso fehlt NFC.

Vorerst nur in China und Japan

Als Betriebssystem kommt Android 4.1 "Jelly Bean" mit einer von Huawei stark angepassten Oberfläche namens "Emotion UI" zum Einsatz. Wem fünf Zoll zu viel sind, dem bietet Huawei das D2 auch in einer 4,7-Zoll-Version an. Ab dem 13. Januar startet der Verkauf in den Farben "pure white" (siehe Foto) und "crystal blue" auf dem Heimatmarkt in China, Japan soll danach folgen. Ob und wenn ja, wann das D2 nach Amerika und Europa kommt, ist derzeit noch unbekannt. So selbstbewusst wie sich die Chinesen auf der Pressekonferenz in Las Vegas gaben, ist allerdings fest damit zu rechnen. Womöglich im Sommer dieses Jahres zeitgleich mit dem 6,1-Zoll-Megaphone Ascend Mate.

Das Werbevideo des Ascend D2 ist bereits auf YouTube zu finden. Video: Huawei

Auf der Videoplattform YouTube ist bereits ein Werbevideo zu finden, das von Huawei selbst vor Kurzem online gestellt wurde. In dem Film ist der Tagesablauf eines offenbar erfolgreichen Geschäftsmannes zu sehen, der von seinem Ascend D2 begleitet wird. Dabei tauchen teure deutsche Autos ebenso auf, wie prestigeträchtige Apple-Hardware. Die Schauspieler sind allesamt englischsprachiger Natur und verkörpern mehr den westlichen Lebensstil, als den des klassischen Chinesen. Das Bestreben, auch westliche Märkte wie Deutschland, Frankreich, England oder die USA in kleinen Schritten zu erobern, dürfte somit der sich abzeichnende Plan des Huawei-Managements sein.

(Michael Müller)

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