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CeBIT-Trend: 2011 geht es wieder bergauf

Leinen los für die CeBIT - und BITKOM sieht Licht am Ende des Krisenhorizonts für die Branche. Die IT hat es jedoch leichter als die Telekommunikation, so der Branchenverband.

01.03.2010, 19:01 Uhr (Quelle: DPA)
CeBIT© CeBIT

Die Hightech-Branche in Deutschland sieht sich allmählich wieder im Aufschwung. Die Nachfrage vor allem in der Informationstechnik ziehe an, der Investitionsstau bei den Unternehmen löse sich auf, sagte BITKOM-Präsident August-Wilhelm Scheer am Montag zum Auftakt der CeBIT in Hannover. Nach einer Umsatzstagnation im laufenden Jahr wird 2011 ein spürbares Wachstum erwartet. Unterdessen hofft Scheer in der aufgeheizten Debatte um Datensicherheit im Internet auf einen Dialog mit der Politik.

Update 20:39 Uhr: Bundeskanzlerin eröffnet die Messe

Eröffnet wurde die weltgrößte IT-Messe CeBIT am Abend von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem spanischen Ministerpräsidenten José Luis Rodríguez Zapatero. Mit Blick auf den Ausstellerschwund auf der weltgrößten IT-Messe sagte Merkel, die CeBIT spüre den "Hauch der Wettbewerber" an vielen Stellen. Als Beispiel nannte sie die Mobilfunk-Messe in Barcelona. Die Bundesregierung wolle sich dafür einsetzen, dass die CeBIT auch noch ihre 50. Auflage erlebe, und zwar als weltgrößte IT-Messe. Die CeBIT findet in diesem Jahr zum 25. Mal als eigenständige Messe statt. Der spanische Ministerpräsident und derzeitige EU-Ratspräsident José Luis Rodríguez Zapatero sagte, die EU müsse bei der Entwicklung eines einheitlichen digitalen Marktes fortschreiten. "Europa muss vorankommen, und es muss sofort geschehen, wenn wir nicht hinter den Vereinigten Staaten und den aufstrebenden Staaten zurückbleiben wollen."

Bis Samstag stellen rund 4.150 Unternehmen aus 68 Ländern ihre Produkte und Neuheiten aus. Nach einem kräftigen Einbruch im Wirtschaftskrisenjahr 2009 verlor die CeBIT damit weitere Aussteller. Der Schwerpunkt der CeBIT 2010 lautet "Connected Worlds" - mit Hilfe des Internet vernetzte Welten. Weitere große Themen sind das schnelle mobile Internet, IT-Sicherheit, Verkehrstelematik und umweltfreundlichere Informationstechnik.

Daneben gibt es zahlreiche Kongresse und Sonderschauen. Die CeBIT soll der Branche neuen Schwung geben. Auf der Messe dürften Geschäfte im Volumen von 7,5 bis 10 Milliarden Euro "angeschoben" werden, hieß es. Im vergangenen Jahr sank der Gesamtumsatz der Informationstechnologie und Telekommunikation (ITK) in Deutschland um 4,3 Prozent auf 139,5 Milliarden Euro.

Sorgenkind Telekommunikation

Der Umsatzrückgang war allerdings deutlich geringer als in anderen wichtigen Branchen wie zum Beispiel dem Maschinenbau. Das Jahr 2010 sieht der Branchenverband BITKOM als "Übergangsjahr", für das kommende Jahr wird mit 1,6 Prozent Wachstum auf 141,8 Milliarden Euro gerechnet.

Die einzelnen Segmente entwickeln sich allerdings unterschiedlich. Während in der Informationstechnik in diesem Jahr wieder ein Wachstum erwartet wird, gehen die Umsätze in der Telekommunikation weiter zurück. Zu schaffen macht der Branche aber weiterhin der Preisverfall, zum Beispiel bei Laptops. IT-Fachkräfte haben trotz der aktuellen Arbeitsmarktkrise gute Jobchancen. Fachkräfte würden immer noch intensiv gesucht, berichtete der Verein Deutscher Ingenieure.

Internet-Staatsminister gefordert

Zum Streit mit der Politik um Datensicherheit im Internet sagte Scheer: "Wir sind in der Diskussion und erwarten uns viel vom kommenden IT-Gipfel in Dresden." Ausgelöst von Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) war am Beispiel von Googles umstrittenem Straßenbild-Projekt "Street View" in den vergangenen Wochen eine heftige Debatte entbrannt.

"Die Haltung ist aber zu kurz gegriffen, wenn man immer nur auf die Risiken des Internet schaut", sagte Scheer. "Das Internet ist heute unser Leben mit allen Vor- und Nachteilen." Scheer kritisierte, die Bundesregierung habe keine klare IT-Strategie, notwendig sei ein Internet-Staatsminister.

Merkel lehnte einen Internet-Staatsminister ab. Ansprechpartner für die IT-Wirtschaft sei Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP). Sein Ministerium bündele die Aktivitäten der Regierung. Merkel kündigte bei der CeBIT-Eröffnung an, die Bundesregierung werde bis zum Sommer eine "digitale Strategie" vorlegen. (Stand 20:32 Uhr)

Auf den Streit zwischen der Branche und der Politik über Datensicherheit im Internet ging die Kanzlerin nicht ein. Aigner hatte unter anderem gefordert, dass der Suchmaschinen- Spezialist Google für seine Foto-Kartenansicht "Street View" in Deutschland die Zustimmung der Bürger einholen müsse, um Häuser und Straßen zu fotografieren. Scheer hatte die Forderung noch am Wochenende als "Killerargument" und Aigner als "Scharfmacherin gegen das Internet" bezeichnet.

(Dorothee Monreal)

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