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CDU-Medienpolitiker: ARD und ZDF sollen sich von Doppelstrukturen verabschieden

Die Debatte um Einsparungen bei den Digitalkanälen von ARD und ZDF hält an. CDU-Medienpolitiker Johannes Beermann kritisierte im Magazin "Der Spiegel", dass die Spartensender an 99 Prozent der Bevölkerung vorbeisenden würden. Jährlich verursachten die Kanäle aber 90 Millionen Euro an Kosten.

21.04.2013, 13:01 Uhr
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Die Diskussion um die Zukunft der digitalen Spartenkanäle von ARD und ZDF hält weiter an. Die ARD betreibt die Kanäle EinsPlus, EinsFestival und tagesschau 24, das ZDF bietet die Digitalkanäle ZDFinfo, ZDFneo und ZDFkultur. Doch werden all diese Sender wirklich benötigt? Der Marktanteil der einzelnen Spartenkanäle liegt bei jeweils unter einem Prozent. Zu Wochenanfang hatte das ZDF Vorschläge des ARD-Intendanten zur Fusion der insgesamt sechs Spartenkanäle auf nur noch drei abgelehnt. Eine Fusion biete keine Sparpotenziale. Nun greift auch der CDU-Medienpolitiker Johannes Beermann, zugleich Chef der sächsischen Staatskanzlei, in das Tauziehen um eine Lösung ein und kritisiert im Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" ARD und ZDF.

Digitalkanäle senden an Bevölkerung vorbei

"ARD und ZDF sollten sich von Doppelstrukturen verabschieden, wo immer es geht", fordert Beermann. Ihm gehe es vor allem um Einsparungen bei den öffentlich-rechtlichen Sendern. "Wir geben jährlich 90 Millionen Euro für Kanäle aus, von denen jeder einzelne an 99 Prozent der Bevölkerung vorbeisendet", betont der CDU-Politiker.

Eine Einigung haben ARD und ZDF bislang noch nicht gefunden, doch die Zeit drängt. Bis zum Monatsende soll ein Sparkonzept für die Digitalkanäle vorgelegt werden. Beermann kann immerhin feststellen, dass den Verantwortlichen bei den beiden Sendern inzwischen offenbar der Ernst der Lage bewusst ist. "Tröpfchenweise wächst bei ihnen die Erkenntnis, dass man sparen kann", so Beermann. Allerdings ist noch ein langer Weg zu gehen, bis jetzt wären sie nicht weit gekommen. "Die Sender sind gerade mal aus den Bunkern in die Schützengräben gerobbt, wo sie sich jetzt einbuddeln", erläutert der CDU-Medienpolitiker.

(Jörg Schamberg)

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