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Carl Icahn: Milliardenschwerer Unruhestifter

Carl Icahn ist einer der wenigen Finanziers, die einen eigenen Begriff an der Wall Street inspiriert haben. "Icahn Lift" nennen Börsianer den Kurssprung bei Aktien von Unternehmen, die ins Blickfeld der Investors geraten.

18.08.2013, 14:01 Uhr (Quelle: DPA)
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Carl Icahn ist einer der wenigen Finanziers, die einen eigenen Begriff an der Wall Street inspiriert haben. "Icahn Lift" nennen Börsianer den Kurssprung bei Aktien von Unternehmen, die ins Blickfeld der Investors geraten. Das geschah auch bei Apple, wo das Papier sofort um fünf Prozent zulegte, nachdem der 77-Jährige seinen Einstieg bei dem iPhone-Konzern bekanntgab.

Einstieg im Sinne der Aktionäre

Die Erwartung der Anleger hat seinen Grund. Icahn hat immer wieder bewiesen, wie gut er darin ist, bei großen Unternehmen mehr Geld für Aktionäre herauszuholen. Er geht so einfach wie effizient vor: Icahn kauft einen spürbaren Anteil an einem Konzern. Dann erklärt er, Aktienhändler würden das Unternehmen zu niedrig bewerten und drängt das Management zu Aktienrückkäufen, die den Kurs steigern.

Dabei ist ihm kein Name zu groß. So lieferte sich Icahn 2006 ein erbittertes Gefecht mit Mediengigant Time Warner. Zwischenzeitlich forderte er eine Aufspaltung des Konzerns, am Ende presste er immerhin einen 20 Milliarden Dollar schweren Aktienrückkauf heraus.

Ein Jahr darauf knüpfte er sich den Handy-Pionier Motorola vor - und war wieder erfolgreich. Dabei konnte auch der Aktienrückkauf den Kursrutsch angesichts des schwächelnden Geschäfts nicht mehr bremsen. Eine seiner wenigen Niederlagen erlitt Icahn bei dem Versuch, einen Verkauf des Internet-Urgesteins Yahoo an Microsoft zu orchestrieren.

Fast immer ein lohnendes Geschäft

Für den Investor waren die Scharmützel mit den Schwergewichten der US-Wirtschaft ein lohnendes Geschäft. Das US-Magazin "Forbes" schätzte Icahns Vermögen zuletzt auf 20 Milliarden Dollar. Damit landete er auf der berühmten "Forbes"-Liste der Superreichen auf Rang 26. Schon in den 80er Jahren war Icahn in Amerika zu einem Sinnbild für den amerikanischen "Raubritter-Kapitalismus" geworden, als er in einer feindlichen Übernahme die Kontrolle über die traditionsreiche Fluggesellschaft TWA an sich riss und mit Gewinn Einzelteile wie die Transatlantik-Strecken nach London verkaufte.

(Hayo Lücke)

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