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"Candy Crush"-Entwickler holt 500 Millionen bei Börsengang

Wieder macht eine Spielefirma virtuelle Artikel zu Börsen-Milliarden. Allerdings ist die App "Candy Crush" bisher der einzige große Hit des Börsenneulings. Und schon die Krise des "Farmville"-Erfinders Zynga hat gezeigt, wie wechselhaft das Geschäft sein kann.

26.03.2014, 09:01 Uhr (Quelle: DPA)
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Die Firma hinter dem populären Smartphone-Spiel "Candy Crush" nimmt bei ihrem Börsengang zunächst rund 500 Millionen Dollar ein. Zusammen mit den Anteilsscheinen, die bei den Alteigentümern verbleiben, wird das Unternehmen King Digital Entertainment mit etwa 7,1 Milliarden Dollar (5,1 Milliarden Euro) bewertet.

Firma schreibt bereits Gewinn

Die einzelne Aktie koste 22,50 Dollar, wie King am späten Dienstag mitteilte. Der Preis liegt damit in der Mitte der zuvor ausgegebenen Spanne von 21 bis 24 Dollar. Der Handel soll an diesem Mittwoch an der New York Stock Exchange beginnen. Im Gegensatz zu vielen anderen Internetfirmen schreibt King Digital Entertainment satte Gewinne. Im vergangenen Jahr verdiente die Firma 568 Millionen Dollar. Der Umsatz lag bei 1,9 Milliarden Dollar.

Zugpferd für das Geschäft ist vor allem die App "Candy Crush", bei der man virtuelle Süßigkeiten in bestimmten Kombinationen vom Bildschirm räumen muss. Das Spiel hat 97 Millionen Nutzer täglich. Das Geld machen die Entwickler mit In-App-Verkäufen wie zusätzlichen Leben oder nützlichen Artikeln, die in dem Game eingesetzt werden können.

King und seine Alteigentümer werfen 22 Millionen Aktien auf den Markt. Wenn die Nachfrage stark ist, können die beteiligten Banken weitere 3,3 Millionen Anteilsscheine verkaufen. Größter Anteilseigner von King ist die Investmentgesellschaft Apax, die 48,2 Prozent hält. Der Firmenführung gehört knapp ein Drittel, darunter ist der 46-jährige Mitgründer und Chef Riccardo Zacconi mit 10,4 Prozent. Frühe Investoren können damit über massive Wertsteigerungen jubeln. So ist der Anteil von Apax nun deutlich mehr als drei Milliarden Dollar wert. Investiert hatte die Firma der Finanznachrichtenagentur Bloomberg zufolge knapp 29 Millionen Euro im Jahr 2005.

Candy Crush sorgt für 80 Prozent der Umsätze

Zugleich hängt das Geschäft von King derzeit fast komplett von "Candy Crush" ab: Das Spiel bringt fast 80 Prozent der Umsätze herein. Für Anleger kann das ein Risiko sein. Dass Online-Spiele ein wechselhaftes Geschäft sind, hatte bereits die Krise des "Farmville"-Erfinders Zynga demonstriert. Nachdem neue Erfolgstitel ausblieben, liefen die Nutzer davon. Die Zynga-Aktie kostet derzeit mit fünf Dollar nur noch die Hälfte vom Ausgabepreis aus Dezember 2011.

Zugleich ist King in einen ungewöhnlichen Streit verwickelt: Die Firma will sich in Europa "Candy" als Markennamen schützen lassen. Mehrere andere Spiele-Anbieter wie der "Cut The Rope"-Erfinder Zeptolab wollen sich dagegen wehren.

Der Umsatzschub bei King setzte vor allem im vergangenen Jahr ein: Für 2012 verbuchte King nur einen Erlös von 164 Millionen Dollar und knapp acht Millionen Dollar Gewinn. Dabei schreibt das Unternehmen schon lange schwarze Zahlen: Den letzten Verlust gab es im zweiten Quartal 2012 mit einem Minus von knapp zwei Millionen Dollar.

(Saskia Brintrup)

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