Security

Cameron will Ende-zu-Ende-Verschlüsselung verbieten - Aus für WhatsApp & Co?

Der britische Premierminister David Cameron hat angekündigt, im Falle eines Wahlsiegs die Vorratsdatenspeicherung im britischen Recht festzuschreiben. Auch die Kommunikation über das Internet soll dann transparent werden - entweder durch eine Hintertür zum Mitlesen oder durch ein Verbot von Apps mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.

13.01.2015, 13:46 Uhr
Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com

Der britische Premierminister David Cameron hat angekündigt, im Falle eines Wahlsiegs die Vorratsdatenspeicherung im britischen Recht festzuschreiben. Auch die Kommunikation über das Internet soll dann transparent werden - entweder durch eine Hintertür zum Mitlesen oder durch ein Verbot von Apps mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Dies berichtet The Independent.

Terrorismus als Grund genannt

Nach den Enthüllungen über die Methoden der Geheimdienste NSA und GCHQ durch Edward Snowden sind einige Nutzer zu Kommunikations-Apps gewechselt, die eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung anbieten. Populäre Dienste wie WhatsApp rüsten diese Sicherheitsfunktion nun nach.

Nach den Anschlägen in Paris sind diese Apps aber einigen Sicherheitspolitikern ein Dorn im Auge. Cameron hält es für unhaltbar, dass die Sicherheitsbehörden keinen Zugriff auf die Kommunikation potentieller Terroristen erhalten, auch wenn ein Durchsuchungsbeschluss vorliegt.

Hintertür oder Verbot

Das neue Gesetz soll also zwei Komponenten enthalten: 1. die Festschreibung der Vorratsdatenspeicherung mit einer einjährigen Frist und die Ausdehnung der Erfassung von Metadaten (wer mit wem wann kommuniziert) auf Kommunikationdienste im Internet. 2. das Verbot von Diensten mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, sofern die staatlichen Behörden keine Hintertür erhalten.

Von einem solchen Gesetz betroffen wären nicht nur Dienste, die die Sicherheit groß auf ihre Fahnen geschrieben haben, sondern auch weit verbreitete Dienste wie WhatsApp, Snapchat und iMessage.

Die Wahlen in Großbritannien werden im Mai abgehalten. Das neue Gesetz soll erst danach ins Parlament eingebracht werden. Der derzeitige Koalitionspartner, die Liberaldemokraten, wollen das Gesetz nicht mittragen.

(Peter Giesecke)

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