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Call-by-Call: Tele2 und VATM warnen vor Wegfall der Regulierung

In Zeiten von Flatrates steht das Call-by-Call-Verfahren auf dem Prüfstand. Branchenvertreter befürchten, die EU-Kommission könnte in diesem Jahr eine De-Regulierung des Marktes empfehlen. Die Telekom wäre dann nicht mehr verpflichtet, Call-by-Call anzubieten.

24.01.2014, 08:39 Uhr
Smartphone© goodluz / Fotolia.com

Das 1998 im deutschen Festnetz eingeführte Call-by-Call-Verfahren scheint in Zeiten allumfassender Flatrate-Tarife zunehmend obsolet zu werden. Nichtsdestotrotz nutzen laut einer Studie des "Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten" (VATM) von 2013 weiterhin sechs bis sieben Millionen Deutsche regelmäßig "Sparvorwahlen", um günstiger zu telefonieren. Durch De-Regulierungsbestrebungen der EU-Kommission sieht die Branche ihr Geschäftsmodell nun allerdings massiv bedroht.

Ende der Verpflichtung befürchtet

Die Befürchtung: In einer für dieses Jahr angekündigten Empfehlung zur Zukunft der Regulierung des Telekommunikationsmarktes könnte Brüssel zu dem Schluss kommen, dass sowohl Call-by-Call als auch das verwandte Preselection-Verfahren nicht mehr reguliert werden müssten. In Deutschland könnte damit für die Deutsche Telekom die Verpflichtung entfallen, Call-by-Call-Verbindungen über klassische und IP-basierte Festnetzanschlüsse zuzulassen. Der Bonner Konzern hätte so freie Hand, die Nutzung derartiger Fremdvorwahlen zu unterbinden.

Zwar liegt die eigentliche Entscheidung über eine solche Abschwächung der entsprechenden Regulierungsauflagen bei der Bundesnetzagentur, diese folge jedoch in der Regel den Empfehlungen der EU-Kommission, erklärte der Düsseldorfer Telefonanbieter Tele2 am Donnerstag in einer Stellungnahme. Sollte es tatsächlich dazu kommen, wäre eine Re-Monopolisierung der Deutschen Telekom mit entsprechenden Nachteilen für den Verbraucher die Folge, betonte Tele2-Deutschland-Geschäftsführer Oliver Rockstein.

Ähnlich hatte sich am Mittwoch auch der VATM geäußert. Einer Studie des Verbandes zufolge nutzt noch fast jeder dritte Telekom-Kunde die alternative Vorwahlmöglichkeit. Darüber hinaus sei Call-by-Call vor allem für ältere Nutzer mit klassischem Telefonanschluss von großer Bedeutung, da diese über keine Flatrate verfügten und mit neuen Technologien oft überfordert seien, so Rockstein.

(Christian Wolf)

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