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Bundesweiter Schlag gegen Raubkopierer

Bei mehreren Durchsuchungen wurden 60 PCs, 15 zusätzliche Festplatten sowie 2000 CDs und DVDs beschlagnahmt. Ein Zeuge aus einer Release-Group lieferte Hinweise.

20.09.2007, 15:51 Uhr
Internetnutzung© adam36 / Fotolia.com

Der Polizei ist offenbar ein bundesweiter Schlag gegen Raubkopierer gelungen. Bei Durchsuchungen von fast 50 Geschäfts- und Wohnräumen in zehn Bundesländern beschlagnahmten die Ermittler am Donnerstag 60 PCs, 15 zusätzliche Festplatten sowie 2000 CDs und DVDs, wie die federführende Polizei in Hürth bei Köln mitteilte.
Hintergrund ist ein Ermittlungsverfahren der Kölner Staatsanwaltschaft, das sich gegen etwa 40 Beschuldigte richtet. Die Razzia galt illegalen Kopien von noch nicht in den Handel gelangten Filmen, PC-Spielen und Entertainment-Software. Details zu dem Beweismaterial teilte die Polizei nicht mit, die Festplatten müssten zunächst ausgewertet werden.
Zeuge aus Release-Group kooperiert
An den zeitgleichen Durchsuchungen in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Hessen, Niedersachsen, Sachsen, Schleswig-Holstein, Thüringen und dem Saarland waren 200 Polizeibeamte beteiligt. Das Ermittlungsverfahren geht den Angaben zufolge auf einen Zeugen aus der so genannten Releasegruppen-Szene zurück, der den Ermittlern von der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) gemeldet worden war und anschließend eng mit der Polizei zusammenarbeitete.
Der Polizei zufolge dienen Dateien von Releasegruppen laut GVU zumeist als Ausgangsmaterial für illegale Kopien, die dann sowohl von Einzelnen als auch von professionellen Händlern weiterverbreitet werden. Schätzungen zufolge entsteht der Branche durch diesen illegalen Parallelmarkt ein jährlicher Schaden von mehreren hundert Millionen Euro.

(Hayo Lücke)

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