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Bundeswehr: Auch digital von Pannen geplagt

Nach den Ausfällen an Flugzeugen und Zweifeln an der generellen Einsatzbereitschaft der Bundeswehr, gerät nun eine misslungene Online-Werbekampagne für mehr Frauen in der Bundeswehr in die Kritik.

05.10.2014, 09:01 Uhr (Quelle: DPA)
Datenverkehr© Julien Eichinger / Fotolia.com

Als wenn Ursula von der Leyen nicht schon genug um die Ohren hätte. Nach den Materialpannen bei der Bundeswehr kommt nun ein PR-Problem hinzu. Es geht ausgerechnet um eines ihrer Lieblingsthemen - die Rekrutierung von Frauen für die Streitkräfte.

Frauen so vielfältig wie ein Küchenpapier

Nach nur einem Tag wurde eine groß angekündigte Werbekampagne zur Rekrutierung von Frauen für die Bundeswehr wieder gestoppt. Auf der eigens geschaffenen Internetseite war vorher ein Fehler aufgetaucht, der wie eine Satire wirkt. Ein Bild mit "Zewa wisch & weg"-Haushaltstüchern war mit der Schlagzeile versehen: "So vielfältig wie Sie: Individuelle Karrieremöglichkeiten für Frauen bei der Bundeswehr."

Fehler angeblich bei Werbeagentur

Wie die Panne genau zustande kam, blieb am Freitag unklar. Das Verteidigungsministerium vermutet einen Programmierfehler bei der Werbeagentur, die die Seite gestaltet hat. Als harmloses Versehen will man das nicht durchgehen lassen. Der Agentur wurden rechtliche Schritte wegen Rufschädigung angedroht.

Von der Leyen kämpft für mehr Frauen

Wie es mit der Werbekampagne weitergehen soll, ist nun offen. Für von der Leyen ist der Abbruch bitter. Die Anhebung des Frauenanteils beim Bund ist ihr erklärtes Ziel. Wem, wenn nicht ihr als erster Oberbefehlshaberin der Bundeswehr, sollte das gelingen.

Als eine ihrer ersten Amtshandlungen hatte von der Leyen Anfang des Jahres einen Maßnahmenkatalog angekündigt, der die Bundeswehr attraktiver machen soll - auch für Frauen. Geplant ist etwa, die Kinderbetreuung auszubauen und Bundeswehrangehörigen mehr Teilzeit- und auch Heimarbeit zu ermöglichen.

Derzeit liegt der Frauenteil in der Bundeswehr bei etwa 10 Prozent und damit weit unter der Zielmarke von 15 Prozent. Unter den Berufssoldaten sind sogar nur 3,4 Prozent Frauen.

Noch immer Integrationsprobleme

14 Jahre nach der vollständigen Öffnung der Bundeswehr für Frauen gibt es zudem massive Probleme bei ihrer Integration in die Truppe. Nach einer im Januar veröffentlichen Umfrage des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr wachsen unter den Soldaten die Vorbehalte gegen ihre Kameradinnen. 56,6 Prozent meinten, Frauen veränderten die Bundeswehr zum Schlechteren. 15,6 Prozent sagten sogar, die Bundeswehr könne wegen der Frauen ihren militärischen Auftrag nicht mehr erfüllen.

Eine Werbekampagne könnte angesichts solcher Zahlen durchaus lohnend sein. "Ihr Leben ist bunt und abwechslungsreich. Ihr neuer Job ist es auch", lautete der zentrale Slogan auf der inzwischen gesperrten Internetseite "Frauen-in-der-Bundeswehr.de". Allerdings war die Kampagne auch unabhängig von der "Wisch und weg"-Panne umstritten. So merkte "Spiegel Online" kritisch an, die Bundeswehr fördere mit Bildern von Frauen vor Kleiderschränken und beim Anprobieren von Schuhen ein antiquiertes Frauenbild.

Künftig strengere Kontrollen der Außendarstellung

Als Konsequenz aus der Panne will man im Ministerium nun genauer auf die Außendarstellung der Bundeswehr achten. Künftig sollen "sämtliche werblichen Maßnahmen mit übergeordnetem Bundeswehrbezug" durch eine zentrale Einheit beim Presse- und Informationsstab des Ministeriums kontrolliert werden.

(Falko Kuplent)

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