Überprüfung von geförderten Projekten

Bundesregierung: Glasfaser statt Kupfer bei laufenden Ausbauprojekten?

Im Rahmen einer Überprüfung von vom Bund geförderten, aber noch nicht an einen Netzbetreiber vergebenen Ausbauprojekten will die künftige Bundesregierung verstärkt auf reine Glasfaseranschlüsse (FTTB/H) statt lediglich eines Ausbaus auf Basis von FTTC setzen. Der BREKO-Verband begrüßt das Vorhaben.

Highspeed InternetNeue Chance für mehr FTTH/B-Anschlüsse in Deutschland?© Silvano Rebai / Fotolia.com

Berlin – Fördermittel für den Breitbandausbau stehen zwar in dreifacher Millionenhöhe bereit, doch werden kaum abgerufen. Wie heise.de berichtet, will die kommende neue Bundesregierung aus CDU, CSU und SPD künftig noch in der Planungsphase oder in der Ausschreibung befindliche Förderprojekte im Rahmen des Breitbandförderprogramms überprüfen. Es könnte demnach ein Upgrade von noch auf kupferbasierten Internetanschlüssen – also VDSL, VDSL Vectoring sowie Koax-Kabel – auf reine Glasfaser-Ausbauprojekte geben. Dabei würde Glasfaser direkt bis ins Gebäude oder bis direkt in die Wohnung verlegt (FTTB/FTTH) statt nur bis zu den Kabelverteilern, den grauen Kästen am Straßenrand.

BREKO: Kein Cent Fördermittel mehr für kupferbasierte Übergangslösungen

"Wir geben nicht die Haushalte auf, aber die 50-Megabit-Kupferkabel. Wir wollen, dass diese Haushalte nun prioritär beim Glasfaserausbau berücksichtigt werden", erklärt Helge Braun, bei den Koalitionsgesprächen CDU-Verhandlungsführer für Digitalthemen.

Der Glasfaserverband BREKO begrüßt die Pläne. Nach Ansicht des BREKO dürfte es für kupferbasierte Übergangslösungen, zu denen auch der Vectoring-Nachfolger Super-Vectoring zähle, "keinen Cent an Fördergeldern" mehr geben.

"Die Idee eines 'Förder-Upgrades' hin zu reinen Glasfaseranschlüssen zahlt auf den von allen Beteiligten gewünschten und im Koalitionsvertrag gewollten 'Netzinfrastrukturwechsel zur Glasfaser' bis 2025 ein", kommentiert BREKO-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers. "So füllen wir den Koalitionsvertrag mit Leben!", so Albers weiter.

Reine Glasfaser-Ausbauprojekte statt FTTC

Wie soll ein Upgrade der Ausbauprojekte konkret aussehen? Waren Projekte ursprünglich nur als FTTC mit VDSL-Speed geplant, so könnten noch nicht final an einen Netzbetreiber vergebene Ausbauprojekte nun zu reinen Glasfaser-Ausbauprojekten aufgewertet werden. "Auf diese Weise erhalten insbesondere auch unterversorgte, ländliche Regionen mit Glasfaseranschlüssen bis direkt ins Gebäude die zukunftssichere Basis für die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft – und damit für weiteres Wachstum und Wohlstand in Deutschland", so Albers.

Dennoch würden die BREKO-Mitgliedsunternehmen vorrangig auf den eigenwirtschaftlichen Ausbau setzen. Für den Glasfaserausbau sollten Fördermittel "mit Augenmaß" vergeben werden. Die Mittel sollten nur für Ausbauprojekte verwendet werden, die sich ansonsten nicht rentabel realisieren lassen.

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